Ausbildung bei Jimdo?

Bericht von Martin Denk vom 30.04.2008
Nach einem aus Demotivation und Geldnöten abgebrochenen Informatik-Studium gab ich mich der Hoffnung hin, dass eine Ausbildung in dieser Hinsicht vielleicht etwas mehr hergeben würde. Nicht eine Sekunde lang hatte ich damit gerechnet, dass ich in einer Firma landen würde, die meine recht bescheidenen Vorstellungen von einem angenehmen Arbeitsplatz in einem derartigen Maße übertrifft.
Alles, was ich zum Vorstellungsgespräch mitbrachte, war etwas Progammiererfahrung und jede Menge Lern- und Arbeitsmotivation (nach der langweiligen Studienabbruchszeit hatte ich davon ja reichlich). Anders als bei der Firma, die mich wenige Tage zuvor abgelehnt hatte, stellte hier meine leichte Sprachschwäche und die daraus folgende Schüchternheit absolut keine Barrikade dar, weil ich sofort mit meinem künftigen Ausbilder sowie einem Drittel des Gründertriumvirats warm wurde und sich bereits eine beidseitige Sympathie aufbaute. Und das während eines Vorstellungsgesprächs!
Ich wurde eingeladen, für ein paar Tage im Büro herumzuschnuppern, um schonmal in Kontakt mit den anderen Mitarbeitern zu kommen und zu demonstrieren, wie es so mit meinen Fähigkeiten ausschaut. Diese paar Tage dehnten sich schließlich zu Wochen aus, welche dann nahtlos in die offizielle Ausbildungszeit übergingen. Es ist wie ein Fluch. Es wird einfach dafür gesorgt, dass du eine unbeschreiblich großartige Zeit hast, und schon ist dein Wille so zurechtgebogen, dass dir ein Sinneswandel gar nicht mehr als Option zur Verfügung steht.
Und so ist es jeden Tag. Die Arbeit bei Jimdo macht mir als Programmierer unsagbar großen Spaß, weil ich im Gegensatz zum Studium nahezu ununterbrochen mit genau den Thematiken konfrontiert werde, bei denen mir die Finger zu kribbeln anfangen. Das Software-System, mit dem hier gearbeitet wird, ist tierisch komplex und benötigt eine nicht geringe Einarbeitungszeit, aber sobald du erstmal drin steckst, gibt's kein Halten mehr. Wenn du wirklich Freude am Programmieren hast, dann stößt du hier auf eine meilenlange Goldader an Dingen, die es zu lernen, und Herausforderungen, die es zu bewältigen gibt.

Natürlich kann die Arbeit noch so spannend sein, wenn die Atmosphäre nicht stimmt. Drücken wir es so aus: Man nehme einen großen, hellen, mit Parkett ausgelegten Raum, schleudere ein paar Ikea-Tische hinein und setze an jeden von ihnen einen bis zwei gut gelaunte Wahnsinnige, die genau wissen, wie man für kollektiven Enthusiasmus zu sorgen hat. Du bekommst kein eigenes kleines Zimmer, in dem du ungestört und träge deinen Aufgaben nachgehen kannst; stattdessen arbeitest du in stetigem Austausch mit deinen Kollegen an deinem aktuellen Projekt, während im Hintergrund mehr oder minder ruhige Gespräche geführt werden. Wenn du mal deine Ruhe haben möchtest, setzt du einfach dein eigenes, von der Firma gestiftetes Paar Kopfhörer auf und drehst die Musik auf. Im Großen und Ganzen geht's also ziemlich lebhaft und entspannt zu, was der Produktivität aber generell keinen Abbruch tut, sofern du dich nicht ausschließlich bei absoluter Stille konzentrieren kannst. ;)
Für das angenehmste Gefühl neben all diesen positiven Punkten sorgt aber die Tatsache, dass ich - selbst als Azubi - bereits nach wenigen Monaten fest in die Firma integriert wurde. Und das nicht nur in der Hinsicht, dass es Bereiche im System gibt, für die ich zuständig bin, sondern auch auf persönlicher Ebene. Ich werde nicht anders behandelt als jeder andere Mitarbeiter auch, und es wird nicht empört nach meiner Steinigung verlangt, wenn ich Witze auf Kosten der Chefs reiße. Den Geschichten nach, die andere Azubis mir so erzählen, geht es nicht überall ganz so locker zu; umso glücklicher schätze ich mich, dass mich der Zufall hierher verschlagen hat.
Wenn ich heute zurückdenke, wie es vor knapp einem Jahr noch um meine Fähigkeiten stand, dann sehe ich, dass mich die Ausbildung einen riesigen Schritt nach vorne gebracht hat. Outbuilder Ruempler und der Rest der Crew haben einen enormen Wissensschatz und lassen mich oft und gern daran teilhaben. Ich kann mit ruhigem Gewissen sagen - und ohne bei gegenteiligen Behauptungen Auspeitschungen fürchten zu müssen -, dass ich keine hier bei Jimdo verbrachte Minute bereut habe, selbst wenn es mal weniger interessante Arbeiten zu erledigen gab.
Martin Denk, Jahrgang 1986. Martin ist seit August 2007 als erster Auszubildender bei Jimdo mit an Bord und vor allem Sönkes ganzer Stolz, auch wenn er mal nur mit einer 2+ nach Hause kommt. Großes Nachwuchstalent auch in Atomic Bomberman.

