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Motivation, Mut, Moskitos – Jenny macht sich selbstständig

Mich selbstständig machen – kann ich das? Yogalehrerin Jenny hat lange überlegt. Gezweifelt, gerechnet, gezögert. Vor großen Entscheidungen haben wir Angst, später etwas zu bereuen. So war es bei ihr auch.

Heute ist Jenny ihr eigener Chef. Ihre Geschichte motiviert und ihre Freude ist einfach ansteckend – so sehr, dass man selbst direkt Lust bekommt, ein Projekt zu starten: “Ich dachte mir: zeig der Welt, was du kannst”, strahlt Jenny. Worauf warten wir eigentlich?

 

Lesezeit: ca. 4 Minuten


Jenny ist glücklich. Sehr sogar – und spricht umso befreiter von schwierigeren Zeiten. “Ich hatte Angst vor der Angst”, sagt sie und nippt am Tee. “Das kennen viele: Wir wollen keine falschen Schritte machen, also ändern wir lieber nichts.” Bei ihr war es ihr Beruf, der sie einengte. Lange Jahre machte sie einen Bürojob, der ihr zwar Sicherheit gab, sie aber nicht erfüllte.

 

Vertane Jahre? “Nein”, da ist Jenny ganz sicher. “Ich brauchte Zeit, herauszufinden, dass ich was Eigenes machen will”, sagt sie und lehnt sich in die gemütliche Eckbank im Café. Gerade hat die ausgebildete Yoga- und Reiki-Lehrerin ihr eigenes Studio eröffnet und strahlt. “Ich liebe es einfach, etwas für mein Geld zu tun, das mich glücklich macht.” Hört sich super einfach an – problemlos war der Weg dahin jedoch nicht. Das ist Jenny wichtig: “Es war ein Prozess, keine Frage”, sagt sie. “Aber auch eine schöne Erfahrung!”

Zweifel, Stress und ein Aha-Moment

Der Traum, von ihrem eigenen Projekt leben zu können, schlummerte schon länger in Jenny. “Ich wollte zunächst ein paar Stunden die Woche mein Wissen weitergeben.” Sie verhandelte mit ihrem Chef, reduzierte ihre Arbeitsstunden im Büro und fing an, in verschiedenen Studios in Hamburg Yoga-Kurse zu geben.

 

Nebenbei ging sie auch mit ihrer Jimdo-Webseite zum Projekt herzzeit-hamburg.de online. “Ich habe viel ausprobiert mit Farben, verschiedene Schriftarten und auch Fotos. Dass ich meine Webseite selber machen kann, ist genial für mich. So kann ich genau das vermitteln, wofür ich stehen will: spirituell sein, ohne dabei zu esoterisch zu wirken.”

 

Die Yoga- und Reiki-Kurse neben dem Beruf machten ihr direkt unheimlich Spaß. Aber die 33-jährige spürte auch eine große Unsicherheit: “Wie schaffe ich das mit weniger festem Gehalt, in einer teuren Stadt wie Hamburg?” Die Zweifel ließen sich beiseiteschieben, doch der Stress nahm zu. Zuletzt begannen Arbeitstage teilweise um acht Uhr morgens im Büro und endeten im Homeoffice um 23 Uhr mit der letzten Antwort auf eine Terminanfrage per Mail.

Jennys Webseite: Lust auf Yoga, Reiki oder einfach etwas Inspiration? Besucht Herzzeit Hamburg mit einem Klick auf das Bild
Jennys Webseite: Lust auf Yoga, Reiki oder einfach etwas Inspiration? Besucht Herzzeit Hamburg mit einem Klick auf das Bild

 Mehr und mehr empfand Jenny die Büroarbeit als anstrengende Pflicht – neben der Kür: dem Yoga und Reiki mit ihren Klienten. “Dabei war mir immer wichtig, beim Yoga, Reiki und Shiatsu selber ausgeglichen zu sein. Ich möchte meine Überzeugung ja auch glaubhaft vermitteln und nicht gehetzt wirken”, sagt Jenny.

 

Zum Ausspannen flog sie zusammen mit Freund Markus nach Bali: Sonne, Meer, Zeit zu zweit. Dann machte es "klick". Ein Schlüsselmoment für Jenny – wenn auch ein schmerzhafter.

 

“Ich kam aus dem Urlaub von Bali, ein Moskitostich hatte sich entzündet”, erzählt Jenny. Sie sagt das mit einem Schmunzeln auf dem Gesicht. Zurück in Hamburg will sie der Arzt sofort krankschreiben. “In diesem Moment wurde mir klar, dass ich Angst habe, bei der Arbeit wegen eines Moskitostichs zu fehlen. Das war mein Aha-Moment.” So konnte es nicht weitergehen. Tags darauf fährt sie ins Büro und kündigt.

Selbstständig? "Mach das!"

Wirklich Sorgen bereitet ihr die Entscheidung nicht. “Ich hatte ja bereits Erfahrung mit meinen Kursen, meine eigene Webseite, liebe Kunden und befreundete Kollegen, auf die ich zählen kann.” Und sonst? “Alles halb so wild”, sagt Jenny. “Ein Kleingewerbe hatte ich schon.” Und für Fragen zu anderen Formalitäten wendet sie sich an Bekannte, schaut in Bücher oder ins Internet. “Das Wissen, was man braucht, kann man sich schon besorgen.” Ausnahme: “Die Steuererklärung macht dann aber doch lieber der Steuerberater…”
 
Viel mehr Bammel hat Jenny davor, was ihre Eltern sagen würden. “Meine Eltern haben lieber eine Versicherung zu viel als zu wenig.” Innerlich bereits auf Widerspruch vorbereitet, erzählt sie ihnen schließlich von ihrer Entscheidung.

 

“Und dann sagen meine Eltern: ‘Jenny, wir sehen doch, wie glücklich du mit deiner Idee bist. Mach das, wir sind für dich da!’” Das hat sie nicht erwartet. Auch von Freunden und Verwandten hörte sie ausnahmslos Zuspruch. “Ich hab so oft gehört: ‘Du kannst das Jenny, mach das!’ Das hat mich fast gewundert – aber unheimlich bestärkt”, erzählt Jenny und schlürft am Tee.

Wenn das Hobby zum Beruf wird

Nun geht es also los: Jenny teilt sich mit drei Freunden ein Studio mit fünf Plätzen im Herzen Hamburgs. Die Tage vor der Eröffnung waren noch einmal anstrengend mit Renovierung, Vorbereitung – und nebenbei den letzten Arbeitstagen im alten Job. “Aber die Vorfreude war viel größer als die Anstrengungen”, sagt Jenny.

 

Aber wie ist das, wenn eine persönliche Leidenschaft auf einmal zum Beruf wird – geht damit nicht auch etwas verloren? “Nein, es ist total cool”, sagt Jenny und strahlt diese Begeisterung aus. Wichtig sei vielmehr, die Freude an der Tätigkeit durch ein wenig Selbstdisziplin zu bewahren. “Ich nehme mir zum Beispiel vor, gewisse Arbeitszeiten einzuhalten. Eine Mail die nach 18 Uhr kommt, kann ich auch am nächsten Tag beantworten.” Zudem hat sie vor, sich mittelfristig zwei freie Tage die Woche einzuplanen.

 

Schlaflose Nächte mit Gedanken über den Beruf, Zweifel, Sorgen vor der Verantwortung, ungewisse Finanzen – wer sich selbstständig macht, kennt wie Jenny wahrscheinlich vieles von dem. Jenny hat diese “Angst vor der Angst” Schritt für Schritt überwunden. Heute ist sie überzeugt von sich, von ihrem eigenen Projekt. Weil es sie einfach glücklich macht – sehr sogar!   |

Sich selbstständig machen – 5 Tipps von Jenny

  1. Sich finden: Was könnt ihr gut, wobei seid ihr glücklich?
  2. Sanfter Start: Beginnt euer Projekt neben dem Beruf oder von zu Hause aus   (z. B. mit einem Online-Shop).
  3. Finanzieller Puffer: Schafft euch eine Sicherheit für die Übergangsphase.
  4. Unterstützung holen: Fragt Freunde und Bekannte mit Spezialwissen, etwa um ein Gewerbe anzumelden.
  5. Eine Webseite erstellen: Präsentiert euch und euer Angebot online – am besten mit einem schicken Logo!

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Habt ihr auch schon einmal darüber nachgedacht, euer Projekt zum Beruf zu machen? Oder habt ihr den Schritt in die Selbstständigkeit vielleicht schon gemacht? Ein spannendes Thema – ich freue mich auf eure Kommentare!

 

Beste Grüße,

Markus

Markus Bruhn

Redakteur bei Jimdo

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Kommentare: 12
  • #1

    Strandpalais Duhnen (Mittwoch, 01 Februar 2017 08:24)

    Wenn das Hobby zum Beruf wird ist es die allerbeste Voraussetzung sich Selbstständig zu machen. Veränderung kann eine wirkliche Bereicherung im Leben sein.
    Ein schickes Logo finde ich auch sehr wichtig und man sollte sich damit identifizieren.

  • #2

    Peter Demel (Mittwoch, 01 Februar 2017 09:29)

    Schöner Beitrag, könnte von mir sein.
    Ich habe auch erst mal nebenbei gemacht, 1 Jahr lang, und dann hatte ich Urlaub, kam zu Ruhe, habe mir die Sachen überlegt, und meinen alten Job gekündigt.
    Die Tipps von Jenny sind gut, kann ich nur bestätigen.
    -- Sanft anfangen, erst mal nebenbei. da kann man auch in der Praxis sehen, wie es läuft, was man für Umsätze macht. Und vor allem, ob es jemanden gefällt, Spaß macht.
    -- Webseite ist sehr wichtig. Vor allem, dass man an der Seite auch selber was verändern kann.
    Termine für Workshops, Angebote, Preise,...
    -- professionelle Steuerberatung. Muss sein. Es sei denn, man ist selber einer.
    -- Finanzieller Puffer, auf jeden Fall. Man sagt für ein Geschäft braucht man etwa 3 Jahre, bis es richtig läuft. In diesem Fall, Reiki, Joga,.. bei mir ist es Tierkommunikation, geistige Heilung (auch Reiki) Jenseits -kontakte, würde ich sagen bis 5 Jahre kann es dauern.
    -- Sich gut informieren. Bei der Krankenkasse, Internet, Bekante,...
    -- eine Unterstützung von Familie, einen Freund (Freundin) ist wichtig. Da kann man auch sehen, ob es die echten Freunde sind.

    Also, ich bin glücklich und zufrieden. Würde es auch wieder tun.

  • #3

    Tina (Mittwoch, 01 Februar 2017 11:43)

    eine so schöne geschichte mit happy end und jenny spricht mir aus dem herzen. viele parallelen zeichnen sich ab und ich bin gleichermaßen froh den schritt vor einigen Jahren gegangen zu sein. und was soll ich sagen dank jimdo mit einer wahnsinnig einfachen art sich online zu präsentieren und einem großen publikum, der ganzen welt, zu öffnen!
    was sich bei mir verändert hat, keine fremdbestimmung mehr, mein hobby steht im fokus und vor allem kein blöder sonntag mehr an dem ich mit ner flunsch an montag denk :)...... happy sunday!

  • #4

    Fußball Freestyler (Mittwoch, 01 Februar 2017 12:49)

    Erneut guter Artikel!!!

  • #5

    Öznur Acar (Mittwoch, 01 Februar 2017 16:24)

    Bin auch gerade mittendrinnen. habe den Mut zusammengefaßt und werde auch den alten Job verlassen...

    Natürlich hat man Ängste! Aber Mut zu haben bedeutet nicht keine Angst zu haben; sondern es bedeutet zu wissen dass es eben Wichtigeres gibt.
    Man muss die Angst nur in Aktionismus transformieren...

  • #6

    Martina Berg (Mittwoch, 01 Februar 2017 16:35)

    Gratuliere Jenny!

    Auch ich könnte eine ähnliche Geschichte erzählen. Viele Jahre in einem immer weniger gemochten Job. Dann der Start als Nebenjob - allerdings mit einem anderen Geschäft als heute. Ich habe mehrmals die Branche gewechselt, aber immer in einem Bereich der zur jeweiligen Zeit der richtige für mich war. Jetzt ist der Bogensport meine Profession und ich bin damit glücklich.

    Liebe Grüsse
    Martina

  • #7

    Juli (Mittwoch, 01 Februar 2017 17:46)

    Hallo ich habe schon lange nichts mehr Geschrieben. Die Tips sind wirklich sehr toll.

  • #8

    Schöfl (Donnerstag, 02 Februar 2017 08:06)

    So müsste es fast jeder machen aber leider wollen viel zu schnell hoch kommen. Wir haben es genauso gemacht und nun sind wir schon 10 Jahre auf dem Markt und könne gut von unser Arbeit leben, obwohl der Anfang schwer war.

  • #9

    merkbar (Donnerstag, 02 Februar 2017 18:36)

    Herzlichen Glückwunsch zu "zehn Jahren Jimdo"!

    Damit sich auch alle, die Jimdo professionell(er) nutzen möchten, ein wenig mehr freuen können, wäre es aber gut, wenn der aktuelle Gutschein-Code, der am 2.2.2017 versendet wurde, nicht nur "Gültig bis 13.01.2017" wäre. ;-)

    Weiterhin viel Erfolg!

  • #10

    Autoankauf (Freitag, 03 Februar 2017 05:25)

    Sport verbessert die Fähigkeit des menschlichen Fortschritts in Richtung einer besseren

  • #11

    Frank van Darkcore (Freitag, 03 Februar 2017 10:57)

    Genau auf mich passt diese Geschichte nur mit dem Unterschied das ich eine Gesundheitliche Situation hatte und dadurch mein letzten Tätigkeit an den Nagel hängen musste und nun auf diesem Weg eine Umschulung anstrebe um Hobby und Beruf in Einklang zu bringen...Klang ist auch das Stichwort und das ist bei mir Musik. Somit auch bei mir Jimdo zum Einsatz kommt und im Aufbau ist...kann nur Zuspruch der Entscheidung für ihr Vorhaben geben wie gesagt das gerade selbst durchführe...mfg

  • #12

    Digo (Mittwoch, 08 März 2017 09:18)

    Selbstständig sein ist echt das schönste was es gibt, und ganze besonders wenn die Arbeit Spaß macht. Ich kann es mir schwer vorstellen jeden Morgen am Fließband zu Stehen. Aber leider hat es auch viele Nachteile die man Kompensieren muss.