„Jeder kann PR!“: In 5 Schritten zur eigenen Social-Media-Strategie

Die Außenwelt von sich zu überzeugen – das ist die Kunst von Public Relations. Wie ihr auch ohne Werbefachleute oder PR-Strategen eine wirkungsvolle Öffentlichkeitsarbeit für euer Projekt betreiben könnt, verraten wir euch ab heute hier im Blog. Und damit herzlich willkommen zu unserer neuen Mini-Serie im Jimdo-Blog: “Jeder kann PR!”

In der ersten Folge legen wir den Fokus auf Social Media. Denn Twitter, Facebook & Co. bieten riesiges Potenzial: 21 Millionen Deutsche nutzen täglich Facebook und rund neun Millionen sind bei Instagram registriert. Doch wie erreicht ihr über die sozialen Netzwerke die richtige Zielgruppe? Wir beschreiben, wie ihr in fünf Schritten eure eigene Social-Media-Strategie erfolgreich startet.


Schritt 1: Die Möglichkeiten kennenlernen

Durch eure Aktivitäten bei Facebook & Co. könnt ihr nicht einfach nur unterhaltsame Dinge posten und mit euren Freunden und Bekannten in Kontakt bleiben – so, wie ihr es vielleicht privat gewohnt seid. Vielmehr bieten euch Soziale Netzwerke ein “Schaufenster”, mit dem ihr euer Projekt authentisch präsentieren und so Nutzer für euch gewinnen könnt.

Wie ihr dieses “Schaufenster” gestaltet, hängt nun davon ab, was ihr mit Social Media erreichen möchtet. Die Definition eurer Ziele ist also sehr entscheidend.

Was könnte also euer eigenes Ziel sein? Für den Start schlagen wir euch drei verschiedene, klassische Zieldefinitionen vor:

  1. Kunden gewinnen: Mehr Besucher auf meine Seite bringen, Nutzern mein Produkt vorstellen, eigene Angebote bekannter machen
  2. Eine Community bilden: Einen lebendigen Kontakt zu Freunden und Followern aufbauen, Beziehungen zu Kontakten intensivieren, sich über eine gemeinsame Leidenschaft austauschen
  3. Informativ sein: Service bei Fragen anbieten, informieren (z. B. bei neuen Öffnungszeiten), eine Anlaufstelle darstellen
Wichtig: Diese drei Möglichkeiten sind Vorschläge und lassen sich nicht in jedem Punkt voneinander abgrenzen. Das bedeutet auch, dass jeder seinen ganz eigenen Stil entwickeln kann.

 

Schritt 2: Eine Strategie auswählen

Man könnte natürlich sagen: “Ich möchte alle Ziele gleichzeitig erreichen!” Theoretisch möglich – allerdings mit großem Aufwand verbunden. Falls ihr eine Social-Media-Strategie als Einzelperson oder kleines Team entwerft, empfehlen wir, euch stattdessen auf bestimmte Ziele zu konzentrieren. So lassen sich gewinnbringende Ergebnisse erreichen, ohne zu viel auf einmal zu versuchen.

Strategie A: „persönlich & kundenfreundlich“

Seid ihr ein

  • Online-Shop und verkauft Produkte
  • ein kleines Unternehmen
  • habt eine Webseite für euer Ladengeschäft oder ein Restaurant
  • oder bietet ihr bestimmte Dienstleistungen oder Kurse an?

Dann eignet sich Social Media ideal für Strategie A: Den Besucher- und Kundenkontakt intensivieren. Denn über Facebook, Instagram & Co. könnt ihr eure Produkte auf angenehme und unterhaltsame Weise präsentieren. Auch falls ihr eine bestimmte Dienstleistung oder Kurse für Kunden und Klienten anbietet, könnt ihr über Social Media neue Interessenten für euch gewinnen.

social media strategy instgram

Instagram-Seite von „Zum Heimathafen“: Designer Alexander Hanke zeigt auf seinem Profil regelmäßig neue Kreationen und die „Entstehungsgeschichte“ einiger Werke – gefällt uns!

Strategie B: „eine Community aufbauen“

Habt ihr eine

  • Hobby-Seite
  • eine Themen-Webseite
  • oder führt ihr einen Blog, in dem ihr über euch, eure Reisen, Kochen oder ähnliches berichtet?

In diesem Fall könnte Strategie B etwas für euch sein: Der Community-Fokus. Die Besucher eurer Webseite mögen euch aufgrund eures Themas – wahrscheinlich interessieren sie sich ebenfalls für eure Leidenschaft oder lieben einfach euren Stil und lassen sich z. B. von Rezepten oder Reiseberichten inspirieren. Daher freuen sich eure Besucher, wenn sie über Social Media direkt mit euch in Kontakt treten können, ihr euch austauscht und eine lebendige Community bildet. Das stärkt die Bindung zueinander – und die Nutzer besuchen eure Webseite im besten Fall regelmäßig.

social media strategy facebook

Facebook-Seite von „JustOneWayTicket.com“: Reisebloggerin Sabrina Lovino hält ihre Community bei Facebook auf dem Laufenden und tauscht sich z. B. in den Kommentaren gerne mit Followern aus.

Strategie C: „informativ sein“

Ist eure Webseite für eure

  • Praxis
  • euer Studio oder euren Salon
  • oder ihr seid z. B. ein Architekt?

Für euch ist Social Media bestens geeignet für Strategie C: um informativ zu sein, euch und euer Unternehmen zu präsentieren, gelegentlich aktuelle Fotos zu posten, eure Leistungen und Öffnungszeiten zu zeigen und neue Infos weiterzugeben. Für Nutzer von Facebook etwa ist eure Seite dort eine erste Anlaufstelle – und für noch genauere Infos leitet ihr die Besucher einfach auf eure Webseite.

 

Schritt 3: Die Kanäle bestimmen

Je nachdem, was euer Projekt ist und welche Ziele ihr erreichen möchtet, bieten euch die verschiedenen Netzwerke verschiedene Vorteile. Daher ist es wichtig, herauszufinden, welcher oder welche Kanäle für euch die geeignetsten sind. Beispielhaft greifen wir an dieser Stelle vier der Prominentesten auf:

Facebook ist das meistgenutzte soziale Medium und eignet sich zunächst einmal für jeden – ob als informative Anlaufstelle oder lebendige Austauschplattform. Der Aufwand, eine Seite mit den wichtigsten Infos zu erstellen, ist gering. Wer mehrmals wöchentlich etwas posten möchte, sollte ruhig etwas Zeit einplanen – was sich sehr lohnen kann und auch mit überschaubarem Zeiteinsatz möglich ist. Viele Geschäfte posten beispielsweise einfach ihre aktuellen Angebote oder Restaurants ein Foto ihrer Tageskarte.

 

facebook logo

Instagram ist DAS Bilder-Medium und eine sehr interaktive Plattform. Daher ist es zum Beispiel für Koch- oder Reiseblogger das Social Network schlechthin. Doch auch für jedes andere Projekt bietet Instagram eine große Chance: Wer sein Produkt bzw. sich oder seine Tätigkeit mit Fotos in Szene setzen kann, ist bei Instagram bestens aufgehoben. Durch regelmäßige Posts könnt ihr hier nach und nach eine echte Community aufbauen und euch mit Followern austauschen.

 

instagram logo

Bei Twitter habt ihr maximal 140 Zeichen pro Nachricht (“Tweet”) und könnt zudem Fotos posten. Twitter eignet sich für das Teilen aktueller Nachrichten, den schnellen Austausch mit anderen Usern oder für witzige, unterhaltsame Posts. Auch hier gilt: besonders für regelmäßige Nutzer geeignet, die häufiger kurze, spontane und aktuelle Nachrichten posten wollen. Wie bei Instagram ist auch bei Twitter der Community-Gedanke groß: Beiträge von anderen werden gerne retweetet (geteilt) oder geliked, damit auch die eigenen Freunde darauf aufmerksam werden

 

twitter logo

Pinterest ist ebenfalls eine Netzwerk, bei dem Bilder klar im Mittelpunkt stehen. Bei Pinterest teilt ihr eure Bilder bzw. Bildersammlungen auf Pinnwänden mit anderen Nutzern, die eure Inhalte kommentieren und ebenfalls verbreiten können. Inzwischen ist Pinterest ein sehr stark frequentiertes Netzwerk und eine der größten Bildersuchmaschinen der Welt. Für Kreative und Künstler beispielsweise ist Pinterest somit äußerst interessant und ebenfalls ideal für den Aufbau eines Netzwerks.

 

pinterest logo

 

Schritt 4: Inhalte zum posten finden

Welche Inhalte ihr in den sozialen Netzwerken postet, hängt natürlich in erster Linie von eurem Projekt ab – und davon, welches Ziel ihr erreichen wollt. Für eure Nutzer sind Inhalte dann relevant, wenn sie diese persönlich als ansprechend, interessant oder unterhaltsam empfinden. Für euch wiederum sind Inhalte wirkungsvoll, wenn sie die Bindung von Nutzern zu euch stärken oder direkt Interesse an eurem Produkt bzw. Angebot erzeugen.

Was könnt ihr also posten? Hier sind paar Ideen:

Ideen für Strategie A (Kundenkontakt):

  • Regelmäßig Produkte oder Dienstleistungen vorstellen
  • Aktionen und Angebote über Social Media bekannt machen
  • „Hungrig“ auf mehr machen – auch im übertragenen Sinn
  • Positives Feedback von Kunden posten (wenn es nicht öffentlich von den Kunden geteilt wurde, natürlich nach Absprache)
  • Das eigene Unternehmen unterhaltsam präsentieren mit Fotos “hinter den Kulissen”, Bildern von Events oder Messen
  • Regelmäßige Posts an bestimmten Tagen (“Mitmach Montag”, “Freitagsfrage” etc.)
  • Fotos von der täglichen Arbeit zeigen
social media strategy facebook example

Per Facebook bringt das „Third Ground Coffee House“ das aktuelle Tagesgericht direkt auf den Bildschirm aller Freunde.

Ideen für Strategie B (Community-Fokus):

  • Z. B. Food- oder Reisebilder zeigen und nach den Erfahrungen eurer Freunde fragen (“Wie ist euer Rezept dazu?”, “Wer war auch schon auf Sri Lanka?”). So erzeugt ihr Interaktion
  • Eigene Blogartikel kurz beschreiben und verlinken
  • Auf Kommentare und Fragen antworten
  • Ähnlichen Seiten und Profilen folgen und Beziehungen aufbauen
  • Kleine Gewinnspiele
  • Fotos von neuen Ideen, Produkten oder Anleitungen präsentieren
  • Kleine Videos posten

Ideen für Strategie C (Informativ):

  • Die eigene Seite besonders übersichtlich gestalten
  • Öffnungszeiten und Kontaktmöglichkeiten angeben
  • Hochwertige Fotos verwenden, die einen sympathischen und seriösen Eindruck vermitteln. Professionelle Fotos gibt es auch kostenlos im Netz.
  • Regelmäßig Neuigkeiten posten und auf Fragen antworten
  • Interessante und relevante (Fach-)Artikel teilen
  • Eigene Blogposts verfassen und verlinken

Auch hier gilt: Probiert Dinge aus und überprüft, wie die jeweiligen Posts “funktionieren”. Und die beste Inspirationsquelle für eure Posts sind häufig Wettbewerber oder ähnliche Seiten. Klickt euch einfach durch die Profile von anderen und schaut, was euch gefällt :)

 

Schritt 5: …loslegen!

Falls ihr nicht eh bereits auf den verschiedenen Netzwerken unterwegs seid, probiert sie einfach einmal mit einem privaten Account aus. So bekommt ihr ein Gefühl für die Unterschiede und dafür, was euch zusagt.

Wenn ihr euch entscheidet, einen Account für euer Projekt zu eröffnen, dann gilt es, einen Kreis von Freunden und Followern aufzubauen. Dazu könnt ihr so vorgehen:

  • Erzählt euren persönlichen Freunden von eurer neuen Seite und bittet sie, euch zu folgen
  • Liked z. B. bei Facebook Seiten von Freunden oder ladet Freunde ein, eure Seite mit “Gefällt mir” zu markieren
  • Folgt Personen und Seiten, die sich mit ähnlichen Themen beschäftigen oder in eurem Bereich besonders angesehen sind (“Influencer”)
  • Fügt auf eurer Webseite Social-Media-Buttons hinzu
  • Gebt in euren Broschüren, Flyern oder in eurem Newsletter auch euren Benutzernamen bei Facebook, Twitter & Co. an und ladet zum Folgen ein

Und last but not least: Bis euer Social-Media-Freundeskreis eine gewisse Größe annimmt, kann es etwas dauern. Das ist ganz normal, denn das sogenannte “Organische Wachstum” braucht seine Zeit. Setzt euch also nicht unter Druck – solange ihr mit Freude dabei seid, einfach mal etwas ausprobiert und am Ball bleibt, gelingt es euch bestimmt!


Wie geht ihr bislang mit Social Media um, eher nach Gefühl oder habt ihr euch schon einmal eine Strategie für euer Projekt überlegt? Ich bin überzeugt: Ein strategischer Ansatz kann sich lohnen – und dabei echt Spaß machen.

Lust auf noch mehr “Jeder kann PR!” bekommen? In der nächsten Folge unserer kleinen Serie beschäftigen wir uns mit dem Thema “Newsletter” – und wie ihr die Mails zur spannenden Lektüre macht.

Ich freue mich, wenn ihr wieder dabei seid!

Viele Grüße
Markus