Bildbearbeitung ohne Photoshop: Das sind die besten Alternativen

Könnt ihr euch eine richtig coole Webseite nur mit Text vorstellen? Wahrscheinlich nicht. Kein Wunder: Unser Sehsinn ist der dominanteste aller Sinne, und den Großteil aller Informationen nehmen wir mit dem Auge wahr.

Bezogen auf eure Website kommen wir hier zu einem Punkt, der oft ein Problem darstellt. In den seltensten Fällen können wir ein Bild so verwenden, wie es aufgenommen wurde: Beim Porträt stört der Glanz auf der Stirn, beim Produktfoto der Hintergrund.

Klarer Fall: Ein Bildbearbeitungsprogramm muss her. Aber welches? Photoshop ist nach wie vor das bekannteste. Aber es kommen ständig neue Programme heraus, die durchaus mithalten können. Schwierig, da eine Entscheidung zu treffen? Wir geben euch einen Überblick.


Was spricht für Photoshop – und was dagegen?

Bevor ihr überstürzt ein Bildbearbeitungsprogramm herunterladet, von dem ihr schon viel Gutes gehört habt, solltet ihr euch über euren konkreten Bedarf Gedanken machen. Was für andere passt, muss noch lange nicht für euch die beste Lösung sein.

Photoshop ist so etwas wie der Platzhirsch unter den Fotoprogrammen – inklusive bestimmter Vor- und Nachteile: Für Einsteiger ist das Programm nicht gerade leicht zu bedienen und obendrein recht teuer.

Zum Glück gibt es aber auch einige kostenlose (oder sehr preiswerte) Programme, die euch selbst bei einer etwas kniffligeren Bildbearbeitung helfen können. Im Folgenden haben wir euch einige davon zusammengestellt und nach den unterschiedlichen Anforderungen sortiert.

 

Die kostenlosen Photoshop-Alternativen

Wie gesagt: Photoshop ist ein tolles Programm, hat aber weitaus mehr Funktionen, als der durchschnittliche Nutzer je brauchen wird. Mit folgenden Gratis-Programmen kommt ihr bestimmt auch schon weit.

GIMP

Hinter dem Namen GIMP verbirgt sich ein kostenloses Open-Source-Programm, das für alle gängigen Rechner- und Betriebssysteme auch in deutscher Sprache erhältlich ist und Photoshop zum Verwechseln ähnlich sieht.

GIMP bietet euch zwar keine schicke Oberfläche und ist eher funktional gestaltet, doch dafür bekommt ihr Zugang zu einem sehr umfangreichen Programm, das euch wahrscheinlich all eure Wünsche erfüllt. Obendrein gibt es eine Menge Tutorials aus der Community und das angenehme Gefühl, ein Projekt zu unterstützen, das von Ehrenamtlichen betrieben wird.

Pixlr

Pixlr ist eine webbasierte App, mit der ihr Bilder direkt im Browser editieren könnt, ohne ein Programm herunterzuladen. Mit Pixlr Express könnt ihr Bilder ruckzuck bearbeiten und ihnen Effekte verleihen. Und Pixlr O Matic hält Filter für euch bereit, die ihr ähnlich vielleicht von Instagram kennt. Bonus: ihr braucht kein Benutzerkonto einzurichten und es ist problemlos möglich, die Bilder nach der Bearbeitung herunterzuladen.

Pixlr Bildeditor Screenshot

Ein Double von Photoshop? Nicht ganz, aber der Pixlr Bildeditor sieht dem Programm zum Verwechseln ähnlich.

PicMonkey: Simpel und gut

Wenn ihr nach Alternativen zu Photoshop sucht, werdet ihr schnell merken, dass viele Anbieter das „Original“ zu kopieren versuchen – vom Ebenenprinzip bis zum Lasso-Werkzeug. Wenn ihr all das umgehen möchtet, werdet ihr in PicMonkey eine leistungsstarke Alternative finden, die intuitiv zu bedienen ist und die Bildbearbeitung noch mehr vereinfacht.

PicMonkey ist leicht zugänglich und legt den Fokus auf Funktionen, die der durchschnittliche Nutzer am häufigsten nachfragt. Ihr könnt zum Beispiel kinderleicht Pickel aus Gesichtern entfernen oder – eine Funktion, die man quasi täglich braucht – jemandem Hasenzähne und eine Krone verpassen ;-)

PicMonkey gibt es aktuell nur auf englisch und spanisch (weitere Sprachversionen sind in Planung), aber das Menü ist sehr einfach und benutzerfreundlich aufgebaut, sodass man sich schnell zurechtfindet. Etliche Effekte, Texturen und Gimmicks laden zum Ausprobieren ein.

Die Kosten sind allerdings mit 10,99 Euro im Monat (oder bei jährlicher Zahlung 7,49 Euro) für die Premium-Version nicht ohne, die Investition lohnt sich also vor allem für regelmäßige Nutzer. Immerhin gibt es aber auch die Möglichkeit, das Programm sieben Tage lang kostenlos zu auszuprobieren oder es zunächst mit einem einzigen Bild zu testen.

PicMonkey Screenshot

PicMonkey bietet euch verschiedene Bildbearbeitungs-Werkzeuge – inklusive einiger witziger Optionen.

Spezialwerkzeuge: Hintergründe entfernen

Gerade Onlineshop-Betreiber benötigen häufig ein Werkzeug, mit dem sie ihre Produkte freistellen können. Und das kann ganz schön tricky sein, wenn es ordentlich aussehen soll. Die meisten dieser Werkzeuge funktionieren ähnlich: Man lädt ein Bild hoch und markiert den Bereich, den man behalten möchte in grün. Dann markiert man noch den Bereich, der gelöscht werden soll in rot. Und schließlich übernimmt das Programm das Freistellen.

Das funktioniert zum Beispiel gut mit dem Background Burner:

Background Burner

Background Burner ist nach meiner Erfahrung die einzige Software zum Entfernen von Hintergründen, die nicht nur kostenlos ist, sondern auch super funktioniert. Man muss allerdings bei der Online-Plattform Bonanza ein Konto anlegen. Alles in allem braucht man zwar ein wenig Geduld, aber die Ergebnisse können sich sehen lassen.

Hintergrund entfernen mit Background Burner

Mit dem Background Burner lassen sich auf einfache Weise Hintergründe aus Fotos entfernen.

Schnell und einfach könnt ihr mit dem Background Burner zum Beispiel eigene Icons für eure Website erstellen. Dafür markiert ihr das Objekt, entfernt den Hintergrund und ladet das Bild dann als PNG-Datei herunter. Anschließend könnt ihr die Datei dann als Foto-Element auf eurer Webseite hochladen – und schon habt Ihr ein eigenes Icon kreiert.

Ein eigener Icon macht was her: Indem man den Hintergrund freistellt, entsteht ein individuelles Symbolbild wie hier im Beispiel.

Natürlich gibt es noch weitere Alternativen:

  •   Autoclipping: Um das Bildbearbeitungsprogramm (es gibt ausschließlich eine englischsprachige Version) zu nutzen, kann man sich entweder anmelden und monatlich 5,49 Dollar für bis zu 100 Downloads zahlen oder ohne Anmeldung 100 Bilder für 9 Dollar bearbeiten. Welche Alternative sich für euch lohnt, richtet sich also nach eurem Bedarf. Außerdem gibt es eine kostenlose Version für die nichtkommerzielle Nutzung.
  •   ClippingMagic: Mit diesem deutschsprachigen Editor könnt ihr eure Bilder online kostenlos bearbeiten, braucht aber ein Nutzerkonto, um sie herunterzuladen. Das günstigste Abo kostet 3,99 Dollar im Monat für 15 Downloads. Praktisch ist, dass ihr jedes Bild erneut bearbeiten und herunterladen könnt, ohne dass es als neues Bild zählt.
  • Malabi: Etwas preiswerter ist dieser englischsprachige Editor mit 2 Dollar im Monat für bis zu 20 Bildern. Wer maximal fünf Bilder bearbeiten möchte, ist sogar kostenlos dabei. Allerdings hatte das Programm mit meinem Bild oben erheblich mehr Probleme als der kostenlose Background Burner.

 

Die bequeme Möglichkeit: Lasst einen Profi ans Werk

Und wenn es noch so viele Programme gibt: Natürlich lässt sich aus Zeitgründen oder bei besonders aufwändigen Wünschen nicht jede Bildbearbeitung selber ausführen. Vielleicht habt ihr zu viele andere To-dos auf eurer Liste oder seid der Meinung, dass das Ergebnis einfach besser aussieht, wenn ein Profi ams Werk geht. So oder so: Das ist völlig in Ordnung! Zum Glück gibt es einige Anbieter im Netz, die euch die Arbeit abnehmen. Folgende Dienste können wir euch beispielsweise empfehlen:

Pixelz

Wenn ihr Bilder für euren Onlineshop braucht, dann seid ihr bei Pixelz bestens aufgehoben. Auf dieser deutschsprachigen Plattform könnt ihr Hintergründe entfernen oder eure Bilder einheitlich beschneiden lassen – und es gibt sogar „unsichtbare Mannequins“.

Das Beste ist aber: Mit der „Solo“-Option braucht ihr euch nicht anzumelden. Das heißt: Ihr könnt so viele oder so wenige Bilder bearbeiten lassen, wie ihr gerade braucht, und einzeln bezahlen, ohne euch irgendwie festzulegen.

Tucia

Tucia ist einer der größten (englischsprachigen) Online-Services für Bildbearbeitung. Für 8 Dollar pro Bild (für grundlegende Arbeiten) bis hin zu 40 Dollar (für aufwendige Effekte) gibt es eine breite Palette an Möglichkeiten. Für einen tolles Hintergrundbild oder ein Porträt mit Optimierungsbedarf kann sich der Service auf jeden Fall lohnen.


Ich hoffe, ihr habt einige neue Alternativen zu Photoshop kennengelernt. Dabei sei aber auch gesagt: Photoshop ist ein hervorragendes Programm, das wir selber sehr gerne nutzen.

Eine Möglichkeit ist natürlich auch der Adobe Creative SDK Bild-Editor, der bei Jimdo inklusive ist. Probiert einfach ein paar Möglichkeiten aus und findet so heraus, was am besten zu eurem Bedarf passt.

Viel Spaß!

Maggie