Der Businessplan: Ein Kompass in stürmischer See

Wer sich selbstständig machen möchte, steht vor einem riesigen Berg von Aufgaben. Eine davon ist der Businessplan – bei Gründern ungefähr so beliebt, wie ein Zahnarztbesuch bei Grundschülern. Jan Evers von SmartBusinessPlan findet: zu Unrecht! Warum das so ist, erklärt er euch in diesem Blog-Artikel.


Kaum zu glauben, aber wahr: Einen Businessplan zu schreiben kann nicht nur spannende Erkenntnisse bringen, sondern auch richtig Spaß machen. Voraussetzung dafür ist, sich zuallererst vor Augen zu führen, dass man ihn nicht für die Bank, sondern vor allem für sich selbst erstellt.

Tatsächlich bietet der Businessplan euch nämlich die große Chance, die eigene Idee noch mal gründlich zu durchdenken und einen konkreten Aktionsplan für die Umsetzung zu entwerfen. Fakt ist: Falls ihr mit eurer Gründung entgegen aller Erwartungen Schiffbruch erleiden solltet, tragt ihr selbst das größte Risiko. Deshalb betrachtet euren Businessplan als Kompass, der euch hilft, in den Turbulenzen der Gründungszeit die Richtung beizubehalten und euer Unternehmen in sicheres Fahrwasser zu lenken.

 

Keine Panik auf der Titanic

Ihr bekommt hektische Flecken, wenn ihr Wörter wie Wettbewerbsanalyse oder Liquiditätsplanung nur hört? Ihr glaubt sogar, ihr könntet so was gar nicht? Tja, dann liegt ihr falsch!

Nehmen wir zum Beispiel an, ihr möchtet einen Friseursalon eröffnen und dazu eine Wettbewerbsanalyse anfertigen. Dann seht euch einfach mal in eurer Stadt um und notiert, wie viele Salons ihr dort findet. Wie sehen sie aus und was für Kunden haben sie? Wie teuer sind sie und was bieten sie an? Welche Läden stechen besonders hervor und warum? Wenn ihr all das aufschreibt, kommt ihr zu einer viel besseren Wettbewerbsanalyse, als wenn ihr tagelang die aktuellsten Statistiken auswertet. Und ihr lernt gleichzeitig eine Menge über eure potenziellen Kunden und ihre Wünsche.

Manchmal geht es im Businessplan auch einfach nur darum, das Selbstverständliche aufzuschreiben. Bei einem freien Grafiker von „Vertrieb“ zu sprechen, mag euch komisch vorkommen. Aber auch ein Grafiker muss seine Leistung irgendwie zum Kunden bringen, oder? Wir von SmartBusinessPlan stellen euch deshalb echte Businesspläne von Gründern aus ganz unterschiedlichen Branchen zur Verfügung. So könnt ihr sehen, wie andere es gemacht haben. Unsere Beispiele sind weder perfekt noch preisgekrönt, aber sie haben alle funktioniert. Und darum geht es ja schließlich.

Es besteht also wirklich kein Anlass, beim Thema Businessplan vor Ehrfurcht auf die Knie zu fallen. Jeder, der die Schule besucht hat, kann einen guten Businessplan schreiben. Macht euch bewusst: Ihr seid die Experten. Ihr habt euch intensiv mit eurer Gründung beschäftigt und wisst fast alles darüber. Jetzt geht es nur noch darum, es zu ordnen. Und die Lücken zu schließen, falls es welche gibt.

 

Was gehört in einen guten Businessplan?

Kein Businessplan gleicht exakt dem anderen – ebenso wie jede Geschäftsidee anders ist. Bestimmte Punkte sollten allerdings immer darin auftauchen. So steht am Anfang normalerweise eine Zusammenfassung, in der ihr kurz beschreibt, worum es geht. Dann folgen Kapitel zu eurem Angebot (Kundennutzen, Markt & Wettbewerb), zu den Kunden (Zielgruppe, Vertrieb und Kundenbindung), zum Unternehmen (Rechtsform, Standort) und schließlich zu euch, den Gründern (Qualifikation, Erfahrung, ggf. Gründungsteam).

Auch die Finanzplanung darf natürlich nicht fehlen. Darin gebt ihr an, wie viel Umsatz ihr mit welchen Produkten oder Dienstleistungen machen werdet, welche Kosten entstehen, ab wann das Unternehmen rentabel sein wird, wie es um die Liquidität bestellt ist und wie hoch der Kapitalbedarf ist, der sich daraus ergibt.

Welche Schwerpunkte ihr in eurem Businessplan setzt, hängt von eurem Gründungsvorhaben ab. Die Hauptsache ist, ihr behaltet das Ziel im Auge: alle Säulen eurer Geschäftsidee zu beschreiben und anhand von Kennzahlen aufzuzeigen, dass sie wirtschaftlich umsetzbar ist.

 

In kleinen Etappen zum großen Ziel

Und was ist, wenn die Gedanken, Ideen und Fakten rund um euer Gründungsvorhaben ein massives Knäuel in eurem Kopf bilden? Dann heißt es, sie Schritt für Schritt aufzudröseln und wieder ordentlich aufzurollen. Bei SmartBusinessPlan findet ihr einen roten Faden, der euch dabei hilft, die Geschäftsidee systematisch zu beschreiben. Zu jedem Kapitel in unserer Gliederung haben wir einfache Leitfragen formuliert und so das Projekt Businessplan in überschaubare Häppchen unterteilt. Wenn ihr die Fragen nacheinander beantwortet, kommt ihr fast von selbst zu einem schlüssigen Gesamtplan.

Ihr könnt euch natürlich auch selbst eine Gliederung machen und zu jedem Punkt notieren, was euch dazu einfällt. Stichworte reichen dabei zunächst völlig aus. Es geht erstmal nur darum, die Struktur des Businessplans zu finden und zu erkennen, welche Informationen euch noch fehlen. Ausformulieren könnt ihr eure Gedanken später immer noch.

 

Kein Platz für Seemannsgarn: Der Finanzteil

Und nun ratet mal: Welcher Part eures Businessplans wird wohl eure Geldgeber am meisten interessieren? Okay, das war zu einfach, es ist natürlich der Zahlenteil. Seine Aufgabe ist es, klipp und klar zu zeigen, ob ihr ein Luftschloss baut oder ein stabiles Unternehmen. Deshalb empfiehlt es sich, diesem Teil besondere Aufmerksamkeit schenken.

Eine typische Falle, in die Gründer tappen: Sie rechnen die Zahlen so lange schön, bis ein Plus vor dem Ergebnis steht. Einerseits ist die dahinterliegende Motivation natürlich verständlich, aber andererseits ist es auch eine ziemlich sichere Methode, um binnen kürzester Zeit unterzugehen. Deshalb widersteht der Versuchung, die Umsätze zu erhöhen, falls die Verkaufskurve zeigt, dass euer Unternehmen jahrelang rote Zahlen schreibt.

Sich nicht verrückt machen lassen

Besser ist es, bei den Kosten anzusetzen: Vielleicht reicht euch für den Anfang ein Schreibtisch in einer Bürogemeinschaft anstelle einer ganzen Etage in bester Lage. Oder ihr stellt im ersten Jahr nur eine Teilzeitkraft ein und keinen Vollzeitmitarbeiter. Und wenn ihr dennoch eure Umsätze erhöht (was aus ökonomischer Sicht immer eine gute Idee ist), so solltet ihr das mit entsprechenden Maßnahmen begründen können, vielleicht mit einer wirkungsvollen Marketingaktion oder einem Vertriebssystem, mit dem ihr mehr Kunden erreicht.

Zahlen und Text sollten sich also gegenseitig stützen. Nur, wenn ihr im Businessplan nachvollziehbar begründet, wie ihr zu euren Zahlen gekommen seid, ist er ein Beleg dafür, dass die Geschäftsidee funktionieren kann. Dazu ist es unerlässlich, die zugrundeliegenden Annahmen zu überprüfen. Wieso sollten zum Beispiel am Anfang 30 Leute pro Monat euer Produkt kaufen und nach einem halben Jahr schon 130? Habt ihr sie gefragt?

Mein Rat: Nehmt den Zahlenteil ernst, aber macht euch seinetwegen nicht verrückt . Sich auf der Suche nach geeigneten Finanzplantools im Internet zu verzetteln oder tagelang über Exceltabellen zu brüten ist keine gute Idee. SmartBusinessPlan bietet euch maßgeschneiderte Assistenten zu den Punkten Umsatz, Kosten, Rentabilität, Liquidität und Kapitalbedarf, die auch Gründern mit Scheu vor Zahlen Schritt für Schritt durch die Finanzplanung lotsen.

 

Fazit: Volle Kraft voraus dank Businessplan

Ich hoffe, ihr nehmt aus diesem Artikel mit, dass ein Businessplan viel mehr sein kann, als eine lästige Pflicht – nämlich ein guter Freund, der euch vor Enttäuschungen bewahrt und in der unübersichtlichen Gründungsphase sagt, was zu tun ist. Betrachtet das Schreiben als ein kreatives Abenteuer, an dessen Ende ihr mit einer fundierten Kenntnis der Chancen und Risiken eures Gründungsvorhabens belohnt werdet.

Unsere wichtigsten Tipps in Kürze:

  • Schreibt euren Businessplan für euch selbst, nicht für die Bank. Er ist euer Aktionsplan für die Gründungszeit.
  • Seid ehrlich zu euch selbst und rechnet nichts schön.
  • Keine Angst vor dem weißen Blatt. Geht in kleinen Schritten vor.
  • Macht es euch nicht unnötig kompliziert. Oft verbergen sich hinter bedeutsam klingenden Begriffen ganz einfache Zusammenhänge.
  • Überprüft und testet jede eurer Annahmen: Wo kommen eure Zahlen her?
  • Ein guter Businessplan entsteht nicht am Schreibtisch. Geht raus, seht euch um und sprecht mit euren Kunden. Das ist besser als jede Statistik!

Jan Evers ist Mitgründer von SmartBusinessPlan, einem gemeinsamen Projekt seiner Beratungsfirma evers & jung und der individee GmbH. Die Software-Lösung hilft kleinen Unternehmen und Start-ups bei der Businessplanung, dem Forecasting und der Budgetierung für einfach erstellte, fundierte Businesspläne.