Der ultimative Fünf-Punkte-Plan für die Keyword-Recherche

Die Keyword-Recherche ist ein Thema, das hier im Blog immer mal wieder auftaucht – kein Wunder, denn sie ist eine der wichtigsten Komponenten der Suchmaschinenoptimierung und entscheidet maßgeblich über euren Erfolg im Internet.

Ganz egal, ob ihr ein Start-up gründet, ein etabliertes Unternehmen führt oder einen Blog betreibt: Indem ihr eure Keywords so eingrenzt, dass sie möglichst genau euer Angebot oder Produkt beschreiben, bekommt ihr mehr Besucher auf eure Webseite. Deshalb kommt hier unser ultimativer Fünf-Punkte-Plan für Anfänger (und fortgeschrittene Anfänger). Auf geht’s!


1. Schritt: Typische Suchanfragen notieren

Zu Beginn ein kleines Gedankenspiel: Versetzt euch doch mal in die Lage des idealen Kunden oder Besuchers eurer Webseite. Was würde er in die Suchmaschine eingeben, um auf euer Angebot zu stoßen? Überlegt euch zehn Sätze oder mögliche Wortkombinationen. Falls euch das schwer fällt, könnt ihr auch die folgenden Fragen zur Hilfe nehmen und die jeweiligen Antworten aufschreiben:

Wie würdet ihr euer Geschäft bei einem „Elevator Pitch“ beschreiben?

Der „Elevator Pitch“ ist eine kurze, prägnante Präsentation der eigenen Geschäftsidee, die nicht länger als 60 Sekunden dauern darf. Gleichzeitig soll sie den Zuhörer in dieser Zeit total überzeugen. Sie erfordert es also, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Mit welchen Produkten verdient Ihr das meiste Geld?

Denkt einmal an das Produkt, das euch den größten Umsatz beschert, und fragt euch, wie ihr es jemandem beschreiben würdet, der noch nie davon gesehen und gehört hat. Diese Beschreibung wird höchstwahrscheinlich Teil eurer Keyword-Strategie werden.

 

2. Schritt: Suchbegriffe mit einem Keyword-Tool überprüfen

Vor euch liegt nun eine Liste mit Suchanfragen, die Besucher eurer Webseite eingeben könnten, um euch zu finden. Und nun? Ganz einfach: Ihr findet heraus, ob Nutzer tatsächlich eure Wortkombinationen bei ihrer Suche benutzen. Gleichzeitig liefert euch dieser Schritt eine lange Liste ähnlicher Suchanfragen, mit der ihr eure erste Liste weiter verfeinern könnt.

Der beste Ausgangspunkt für diesen Schritt ist der Google AdWords Keyword Planer. Das Tool ist kostenlos, nutzen kann es aber nur, wer vorher ein Google AdWords-Konto angelegt hat. Das lohnt sich aber auf jeden Fall, denn das Tool bildet seit Jahren das Fundament für die Suchmaschinenoptimierung und Keyword-Recherche jeglicher Art.

Google AdWords Anmeldung

So meldet ihr euch für ein neues AdWords-Konto an:

  1. Klickt auf diesen Link zur Webseite von Google AdWords.
  2. Geht auf den Button Gleich loslegen in der oberen rechten Ecke.
  3. Wenn die Seite Willkommen bei Google AdWords! erscheint, klickt auf den blauen Link Geführte Einrichtung überspringen (siehe oben in der Abbildung).
  4. Nun gebt ihr die E-Mail-Adresse ein, für die ihr das Konto nutzen möchtet. Das muss keine Gmail-Adresse sein.
  5. Klickt auf Speichern und fortfahren und befolgt die nächsten Schritte.

AdWords Tools

Sobald ihr euer Konto erstellt habt, folgt ihr einfach den unten beschriebenen Schritten (siehe Bild oben):

  1. Wählt den Punkt Tools in der oberen Navigation aus.
  2. Geht auf den Keyword-Planer.
  3. Klickt die erste der vier angegebenen Möglichkeiten an: Mithilfe einer Wortgruppe, einer Website oder einer Kategorie nach neuen Keywords suchen.
  •   Diese Auswahl ermöglicht es euch, neue Keywords zu finden, und zeigt zusätzlich durchschnittliche Zahlen zu euren Suchanfragen an.
  1. Tragt die Suchanfragen von eurer Liste in das Feld ein.
  2. Passt die Suche anhand der Einstellungen weiter unten an.
  •   Wenn eure potenziellen Besucher beispielsweise hauptsächlich in Deutschland sitzen, gebt ihr das entsprechend bei den Standorten ein.
  1. Sobald ihr das erledigt habt, könnt ihr euch mit dem Button Ideen abrufen eine Liste mit Keyword-Ideen anzeigen lassen.
  • Hier seht ihr mögliche Keywords und daneben jeweils die durchschnittlichen Suchanfragen pro Monat.

Nun habt ihr also eine ziemlich lange Liste mit Keyword-Ideen. Natürlich sind es viel zu viele, um tatsächlich alle einzusetzen. Wie also weiter vorgehen und vor allem den Überblick behalten? Am besten ladet ihr die Liste als CSV-Datei herunter. So könnt ihr sie in Google Tabellen, Microsoft Excel oder einem beliebigen anderen Tabellenkalkulationsprogramm öffnen. Dort habt ihr die Möglichkeit, alle Vorschläge zu löschen, die euch nicht gefallen oder nicht zu eurer Webseite passen.

 

3. Schritt: Die engere Auswahl festlegen

Erledigt? Super, dann seid ihr schon fast auf der Zielgeraden. Als nächstes geht es darum, eure Auswahl noch weiter einzugrenzen. Bei diesem Schritt hilft es zu wissen, dass es drei verschiedene Arten von Keywords gibt, nämlich Short-, Medium- und Longtail-Keywords.

  •   Shorttail-Keywords beinhalten in der Regel ein bis zwei Wörter. Sie haben ein höheres Suchvolumen, doch durch den großen Wettbewerb ist es schwieriger, mit ihnen relevante Platzierungen zu erreichen. Das gilt insbesondere für neue Webseiten.
    • Beispiel: „Yoga Kurse“
  •   Mediumtail-Keywords bestehen im Allgemeinen aus zwei bis drei Wörtern. Sie haben ein mittleres Suchvolumen. Gleichzeitig erreichen sie kaum höhere Platzierungen im Ranking, obwohl sie etwas besser abschneiden als die Shorttail-Keywords.
    • Beispiel: „Bikram Yoga Kurse“
  •   Longtail-Keywords sind eine Kombination von mindestens vier Wörtern. Sie haben in der Regel ein geringes Suchvolumen, daher ist aber auch beim Ranking die Konkurrenz zu anderen Webseiten geringer.
    • Beispiel: „Bikram Yoga Kurse München“

PROFI-TIPP: Wenn ihr eure Keywords zusammenstellt, könnt ihr sogenannte Stopwörter wie ein, eine, und, oder, der, die, das weglassen. Sie werden von den Suchmaschinen bei der Analyse des Textes ohnehin nicht erfasst. In euren Webtexten selbst dürfen die Stopwörter aber natürlich nicht fehlen, das ist klar.

Bei einer ganz neuen Webseite ist es ratsam, nur Medium- und Longtail-Keywords zu benutzen. So habt ihr die besten Chancen, dass Besucher über die Suchmaschinen zu euch finden. Wenn die Website dann bekannter wird und das Ranking der Keywords sich verbessert hat, könnt ihr immer noch eure Keyword-Strategie überarbeiten und ein paar Shorttail-Keywords aufnehmen.

 

4. Schritt: Das Google-Ranking checken

Weiter geht’s direkt bei Google: Schnappt euch eure Liste und gebt die Keywords nacheinander ins Suchfenster ein. Ihr seht nun, welche Webseiten bei den Ergebnissen auf den vorderen Plätzen landen. Die entscheidende Frage ist: Kann eure Webseite bei diesen Keywords mit der Konkurrenz mithalten oder wird sie voraussichtlich eher schlecht abschneiden? Die Antwort darauf ist eine wesentliche Entscheidungshilfe für die Auswahl eurer Keywords.

Falls euch die Einschätzung schwerfällt, helfen euch vielleicht folgende Fragen:

  • Gehören die Webseiten zu großen und bedeutsamen Unternehmen bzw. Marken (zum Beispiel Apple, Coca-Cola, McDonald’s)?
  • Welchen PageRank hat jede dieser Webseiten?
  • Wie hoch ist die Domain Authority jeder dieser Webseiten?

Den PageRank und die Domain Authority der Webseiten in den Suchergebnissen könnt ihr mit dem kostenlosen MozBar-Plug-in herausfinden.

Eure Liste mit Keyword-Ideen ist sehr lang und dieses Vorhaben erscheint euch wie eine Mammutaufgabe? Kann ich total gut verstehen, aber denkt daran: Das hier ist ein ganz wichtiger Schritt, der über die Anzahl der zukünftigen Besucher eurer Webseite wesentlich mitentscheiden wird – deshalb überspringt ihn nicht.

Anhand eurer Analyse könnt ihr jetzt für jedes Keyword eine Entscheidung treffen: Sind die Webseiten auf der ersten Ergebnisseite nicht besonders bekannt, spricht das ganz klar für das jeweilige Keyword. Keywords mit geringer Konkurrenz erhöhen eure Chance, zukünftig auf der ersten Seite zu landen. Und diese Suchergebnisse führen im Schnitt zu 92 Prozent der Besucher einer Webseite.

 

5. Schritt: Die ausgewählten Keywords einsetzen

Glückwunsch, es ist fast geschafft: Ihr habt die besten Keyword-Kombinationen für eure Webseite herausgefunden. Jetzt braucht ihr sie bloß noch an verschiedenen Stellen auf eurer Webseite einzusetzen. Hier sind die drei wichtigsten Bereiche, wo sie zu finden sein sollten:

  1. Seitentitel
  2. Seitenbeschreibung
  3. Alle anderen Texte auf der Webseite

Den Seitentitel bestimmt ihr im Menü unter SEO > Einstellungen > SEO für die aktuelle Unterseite oder mit der Auswahl Webseite den allgemeinen Seitentitel eurer gesamten Jimdo-Seite.

PROFI-TIPP: Kleine Unternehmen nutzen am besten folgendes Schema für den Seitentitel ihrer Homepage: branchenspezifische(s) Keyword(s) – Stadt, Bundesland – Firmenname.

  •   Bikram Yoga Kurse – München, Bayern – Asana Yoga Studio

Bei mehreren Unterseiten sollte möglichst ein relevantes Keyword zu Beginn jedes Seitentitels zu finden sein. Achtet aber darauf, dass der Seitentitel nicht zu lang wird, da Google alles, was über 55 Zeichen (mit Leerzeichen) hinausgeht, gnadenlos abschneidet.

Der Seitentitel:

Seitentitel Jimdo

Die Seitenbeschreibung wiederum ist ein kurzer Text, den ihr in den Suchergebnissen direkt unter dem Seitentitel seht. Im Ranking-Algorithmus von Google und anderen Suchmaschinen findet die Seitenbeschreibung heute keine Beachtung mehr. Dennoch ist es wichtig, relevante Keywords darin einzubinden, damit der User auf einen Blick sieht, worum es auf der Webseite geht.

Die Seitenbeschreibung:

Seitenbeschreibung Jimdo

Alle anderen Texte auf der Webseite

Last, but not least gehören die Keywords natürlich auch in alle anderen Texte, die auf eurer Webseite zu finden sind. Aber bitte übertreibt es nicht: Ein und dasselbe Keyword sollte nie mehr als ein paar Mal pro Seite auftauchen.

Außerdem empfehle ich euch darauf zu achten, dass sich die Keywords möglichst natürlich in den Text einfügen. Also schreibt besser keine Sätze wie diesen hier: „Ich liebe günstige Bikram Yoga Kurse 2017 in München.“ ;)


PROFI-TIPP: Die meisten Besucher eurer Webseite werden wahrscheinlich über Keywords kommen, für die ihr sie gar nicht optimiert habt. Deshalb tappt bloß nicht in die „Überoptimierungsfalle“: Wenn ihr ansprechende Texte formuliert, die ganz selbstverständlich einige relevante Keywords enthalten, fahrt ihr langfristig wesentlich besser – versprochen!