Diese 20 Online-Tools sollte jeder Freelancer kennen

Die Arbeitswelt von vielen Selbstständigen und Freelancern wurde durch das Internet einmal komplett umgekrempelt. Für Freiberufler bedeutet die Vernetzung nämlich eine neu gewonnene Flexibilität: Als Grafiker Kunden in Australien zu betreuen? Kein Problem. Video-Konferenz mit dem Auftraggeber aus den USA? Klappt auch von zu Hause aus.

Doch hat die Vernetzung nicht nur für mehr örtliche Unabhängigkeit gesorgt. Zusätzlich können Freelancer ihre Arbeit heute durch Online-Tools professionalisieren und deutlich effektiver gestalten: die Finanzen organisieren, Zeit managen, neue Auftraggeber gewinnen oder Marketing machen – all das funktioniert dank intelligenter Online-Programme heute unkompliziert und zeitsparend.

Wir stellen euch 20 Tools vor, die ihr als Freelancer oder kleines Unternehmen unbedingt kennen solltet!


Freiberufler in Deutschland: die Zahlen

Freiberufliche Arbeit findet heute in allen Arbeitsfeldern statt – vom Pfleger bis zum Unternehmensberater, von Medienberufen bis hin zu Architekten. In Deutschland arbeiteten im vergangenen Jahr mehr als 2,3 Millionen Menschen als “Solo-Selbstständige”. Insgesamt arbeiteten 4,3 Millionen frei ohne festen Arbeitgeber.

Dabei sind die Gründe für den Schritt ins selbstständige Arbeiten unterschiedlich. Wie eine Umfrage von 2012 zeigt, scheint ein Hauptaugenmerk vor allem auf der Entscheidungsfreiheit zu liegen: Als Freiberufler arbeitet man eigenverantwortlich, kann eigene Ideen umsetzen und “der eigene Chef sein” – so die meistgenannten Gründe der befragten Freiberufler.

 

Die besten 20 Tools und Job-Portale für Freelancer

Als Selbstständiger online Arbeit finden

Früher konnte die Akquise von neuen Kunden eine Menge Arbeit bedeuten: Netzwerken, Präsenz auf Messen zeigen, um Empfehlungen bitten – all das gehörte für Selbstständige zum Arbeitsalltag dazu.

Zugegeben: das tut es heute auch noch. Nur wurde die Kundengewinnung dank des Internets um einen wichtigen Kanal ergänzt. So haben viele Freiberufler heute ihre Kunden nie persönlich getroffen, und stehen doch in engem Kontakt.

Der genaue Auftrag, das Projektmanagement, die Übergabe des fertigen “Produkts” oder die Bezahlung: All das kann heute online abgewickelt werden. Am bekanntesten sind im deutschsprachigen Raum Marktplätze für Selbstständige wie Projektwerk, Twago und Freelance.de oder auch spezialisierte Plattformen wie dasauge.de (Kreativ/Marketing).

Darüber hinaus gibt es auch weniger bekannte Plattformen, die sehr empfehlenswert sind:

99designs

Als Grafikdesigner ist die Plattform 99Designs vielleicht der perfekte Ort für euch. Das Prinzip: Kunden schreiben ihr Projekt aus und Designer machen daraufhin ein individuelles Angebot mit ihrer Idee und einem entsprechenden Preis – z. B. für ein Logo, Flyer oder auch eine ganze Website. Könnt ihr den Kunden überzeugen, habt ihr den Deal für euch gewonnen!

freelancermap

Ein Marktplatz, auf dem Projektanbieter und Freelancer zusammenkommen: Mit einem Profil auf freelancermap werdet ihr informiert, sobald ein Unternehmen ein zu euch passendes Projekt veröffentlicht hat oder werdet direkt von Firmen angesprochen, die eurer Knowhow gebrauchen können. Die Plattform hat bereits rund 160.000 Mitglieder in 115 Ländern, wöchentlich werden 4000 Projekte neu ausgeschrieben. Damit ist freelancermap einer der führenden Freelancer-Marktplätze und für Selbstständige eine wertvolle Quelle für neue Aufträge.

Gulp

Gulp ist eine Freelancer-Plattform mit Fokus auf IT, Engineering und Finance. Als Freelancer erstellt ihr euch ein Profil und könnt dann in den direkten Kontakt zu registrierten Unternehmen bzw. Auftraggebern kommen, oder nach ausgeschriebenen Projekten suchen. Bislang haben sich bereits über 90.000 Freelancer bei Gulp registriert – es lohnt sich offensichtlich.

Sevendays (englisch)

Noch relativ jung, aber ziemlich gut! Sevendays verbindet Start-ups und gemeinnützige Organisationen mit Freiberuflern. Da Sevendays derzeit keine Provision oder Gebühr erhebt, lohnt sich hier definitiv die Ausschau nach Jobs rund um Web/App-Entwicklung, Design, Marketing oder Text.

Noch mehr empfehlenswerte Freelancer-Börsen:

 

Marketing-Tools für Freelancer

Jimdo Dolphin

Frage vorab: Wie sucht ihr z. B. nach einem Zahnarzt in eurer Umgebung? Ihr gebt “Zahnarzt” kombiniert mit eurem Wohnort oder Stadtteil bei Google ein. Stimmt’s? :-)

Genauso macht es heute das Gros der Menschen – und zwar in Bezug auf jede mögliche Dienstleistung. Darum ist eine eigene Website besonders für Selbstständige unerlässlich:

  • Wer nach eurem Produkt oder eurer Dienstleistung sucht, findet eure Website bei Google. Das ist auch für lokale Angebote (Studios, Geschäfte, Restaurants etc.) heute essenziell.
  • Ihr könnt euch so präsentieren, wie ihr es mögt. Anders als Bewertungsportale oder Social-Media-Profile gehört eure Website nur euch.

Jimdo Dolphin ist für Freelancer darum optimal: Gemeinsam mit Dolphin erstellt ihr in wenigen Minuten eine persönliche Website, die für euch maßgeschneidert wird. Eure eigene Web-Präsenz sieht dadurch nicht aus, wie schnell zusammengebastelt – sondern professionell, modern, einladend und persönlich. Bei Jimdo könnt ihr eine eigene Website kostenlos erstellen.

Mailchimp und CleverReach

Wer vor einigen Jahren aufgrund des Erfolgs von Messenger-Diensten das Ende der E-Mail vorausgesagt hat, hat sich ziemlich getäuscht. Denn in der vergangenen Dekade ließ sich so etwas wie eine Renaissance des Newsletters feststellen: Viele Unternehmen erzielen heute insbesondere über (interessenbezogene) Newsletter hohe Klickzahlen.

Mailchimp ist eine Newsletter-Lösung, die sich für kleine Unternehmen und Freiberufler bestens eignet. So erstellt ihr mit Mailchimp visuell ansprechende Mailings, könnt umfangreiche Statistiken einsehen und eure Kampagnen so nach und nach optimieren.

Wer eine deutschsprachige Lösung bevorzugt, findet bei CleverReach einen ebenfalls sehr empfehlenswerten Anbieter für euren Newsletter. Die Basisversion ist bei beiden Tools kostenfrei.

Buffer

Wenn ihr bereits eigene Social-Media-Kanäle pflegt (und für die meisten ist das ja inzwischen selbstverständlich), kennt ihr das Problem: Mehrfach pro Woche verschiedene Plattformen wie Facebook, Twitter und Instagram zu bespielen, kostet mehr Zeit, als viele denken.

Buffer ist ein Social-Media-Tool, das auch viele größere Agenturen und Unternehmen nutzen, aber dennoch simpel zu verstehen ist. Ihr könnt Posts vorbereiten, zu bestimmten Uhrzeiten planen und darüber hinaus Statistiken auswerten. So habt ihr alle Fäden in einem einzigen Tool zusammen, was viel effektiver ist, als die Kanäle einzeln zu bespielen. Die Basisversion ist kostenlos.

 

Orga-Tools für Freelancer

Trello

Mit Trello organisiert ihr Projekte und Aufgaben sehr einfach und gradlinig. Ihr erstellt zunächst ein persönliches Board für euch oder ein Projekt und fügt dann Listen hinzu. Eine einfache Struktur würden beispielsweise 4 Listen ergeben:

  • “Ideas”
  • “Next”
  • “Doing”
  • “Done”

Nun schreibt ihr jede Unteraufgabe des Projekts auf eine Karte, die ihr einer der Listen zuordnet. Je nach Status der Aufgabe verschiebt ihr die Karte im Zuge des Projektfortschritts auf den Listen weiter.

Auf jeder Karte lassen sich Kommentare festhalten, Bilder und Dateien hinzufügen und Fristen setzen. Besonders bei Projekten mit vielen kleinen To-Dos sorgt Trello so auf einfache Weise für wunderbare Übersichtlichkeit. Da ihr Boards auch zusammen mit Kollegen nutzen könnt, eignet Trello sich auch perfekt, um Teamprojekte zu managen. In der Grundversion ist Trello gratis.

Asana

Eine Alternative oder Ergänzung zu Trello ist Asana. Die App ist etwas komplexer und integriert z. B. auch eine Kalenderfunktion. Dennoch bleibt auch Asana einfach zu nutzen und sorgt für jede Menge Struktur im Arbeitsalltag. Asana könnt ihr als Einstiegsversion ebenfalls kostenlos nutzen.

Wunderlist

Das Tool Wunderlist ist sowohl als App, als auch im Browser verfügbar und dabei kostenfrei. Mit Wunderlist erstellt ihr Listen, Fälligkeitsdaten für Aufgaben, könnt Erinnerungen einstellen und alle wichtigen Orga-Funktionen nutzen, die ihr braucht. So eignet sich Wunderlist tatsächlich für den Berufsalltag genauso gut, wie für die Planung der nächsten Geburtstagsparty ;-)

Jephi

Wer als Freelancer arbeitet, kommt um eines nicht herum: die Zeiterfassung. Zum einen, weil Aufträge häufig nach Arbeitsstunden abgerechnet werden. Und zum anderen, weil es auch für einen selbst ungemein wichtig ist, die Kontrolle zu behalten – sonst arbeitet man häufig unbemerkt länger an Projekten, als einem lieb ist.

Jephi ist darum ein Gewinn für Selbstständige, da es die Zeiterfassung ganz einfach macht. Ihr legt Projekte an, weist sie bestimmten Kunden zu und timed eure Arbeitszeit. In den Bezahlvarianten ist zudem eine Rechnungsfunktion integriert, die euch weitere Arbeit abnimmt. Die Basisversion ist kostenlos.

 

Produktivitäts-Tools für Selbstständige

Google Funktionen: Docs und G Suite

Mit den verschiedenen Funktionen von Google (Docs, Tabellen usw.) arbeitet ihr von überall aus und bei Bedarf mit mehreren Personen an jeder Art Dokument, die ihr braucht: Textdokumente, Tabellen, Präsentationen oder auch Umfragen erstellt ihr einfach über euer Google-Konto und arbeitet daran online im Browser.

Damit macht Google die “Büroarbeit” sicher und einfach: Alles wird in Echtzeit gespeichert, ein Datenverlust ist praktisch unmöglich und jedes Dokument von überall aus zu bearbeiten. Mit einem Google-Konto könnt ihr die einzelnen Funktionen kostenlos nutzen. Die Business-Lösung G Suite startet bei 4 Euro im Monat und integriert weitere Anwendungen wie großen Speicherplatz und eine eigene E-Mail-Adresse (kompatibel mit Jimdo Dolphin und Jimdo Creator).

Mindmeister

Jeder hat schon mal eine Mindmap erstellt. Schließlich ist das systematische Visualisieren von Ideen einfach effektiv, wenn es darum geht, ein Projekt zu starten, Gedanken zu strukturieren oder gemeinsam zu brainstormen.

Mindmeister ist dafür die ideale Online-Anwendung. Ganz besonders, wenn ihr mit mehreren Personen zusammenarbeitet und vielleicht nicht im selben Büro sitzt. Mit Mindmeister erstellt ihr dabei nicht nur klassische Mindmaps, sondern könnt z. B. durch eine Planungsfunktion die Ideen direkt zu konkreten Aufgaben formulieren und eure Projekte so voranbringen. Die Einstiegsvariante ist kostenlos.


Wir hoffen, in unserer Liste waren einige Tools dabei, die für euch interessant klingen. Wann habt ihr selber die Entscheidung getroffen, als Freiberufler zu arbeiten? Und was waren eure Beweggründe?

Wir freuen uns auf eure Kommentare!