Den Job kündigen? Sechs Anzeichen, wann es Zeit ist

Mal ehrlich, die Wenigsten von uns gehen wirklich JEDEN Morgen gern zur Arbeit. Wenn die Sonne nach etlichen Regentagen endlich wieder scheint oder es am Abend zuvor etwas später geworden ist, fragt man sich schon manchmal, warum man eigentlich nicht am Strand liegt oder zumindest im warmen Bett.

Solange das ab und zu vorkommt, ist alles im grünen Bereich. Aber wenn ihr euch täglich ins Büro quält und die Stunden bis zum Wochenende zählt, dann gehört ihr vielleicht zu jenem Drittel der Menschen in Deutschland, die mit dem Gedanken spielen, demnächst zu kündigen.

Zum Glück sind Jobwechsel im Laufe einer Berufskarriere heute völlig normal. Und auch wer mit dem Gedanken spielt, sich selbstständig zu machen, hat viel bessere Chancen als noch unsere Eltern. Dennoch sollte man sich vor einer überstürzten Kündigung ein paar Fragen stellen, damit man die Entscheidung nicht hinterher bereut.


Gehen oder bleiben? Die Checkliste für Job-Zweifler

Wie erkennt ihr also, dass es Zeit für euch ist, sich nach einem neuen Job umzusehen? Wir haben einmal sechs wichtige Punkte zusammengestellt, die bei dieser Entscheidung eine Rolle spielen. Treffen sie (alle oder auch nur überwiegend) auf euch zu, sollten zumindest die Alarmglocken bei euch läuten.

 

1. Ihr könnt euch nicht mit den Unternehmenszielen und
-werten identifizieren

Auch bei euren Freunden gibt es sicherlich die eine oder andere Sache, die euch stört – aber wenn es um grundlegende Werte und Einstellungen geht, stimmt ihr wahrscheinlich überein. So ähnlich ist es auch mit dem Arbeitgeber: Nicht alles an eurem Job muss euch täglich zum Jubeln bringen, doch grundsätzlich solltet ihr euch gut aufgehoben fühlen.

Ein Beispiel: In eurer Firma wird der Wettbewerb unter den Mitarbeitern von der Chefetage befeuert, während ihr lieber mit den Kollegen an einem Strang zieht? Dann solltet ihr in euch hineinhorchen, wie sehr euch das belastet. Vielleicht hindert es euch sogar eher, eure Fähigkeiten zu zeigen, statt euch darin zu bestärken?

Eine gute Methode ist es auch, sich selbst zu fragen, ob man einem Freund oder einer Freundin dazu raten würde, sich beim eigenen Arbeitgeber zu bewerben oder nicht. Das sagt ebenfalls eine Menge darüber aus, ob ihr euch mit dem Unternehmen, seinen Werten und Zielen identifizieren könnt.

Ich persönlich kann euch nur sagen (und das soll keine Eigenwerbung sein): Die Werte und Ziele von Jimdo waren ausschlaggebend dafür, dass ich mich hier beworben habe. Zu wissen, dass ich hier Unternehmern dabei helfen kann, ihren Traum zu verwirklichen, fühlt sich einfach gut an und motiviert mich, täglich für den Job Gas zu geben.

 

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2. Ihr hasst euren Job

Klar, jeder kennt stressige Wochen, nach denen man total von seinem Job genervt ist. Wenn der Frust allerdings zum Dauerzustand wird, braucht ihr das nicht einfach hinzunehmen. Überlegt mal, wie ihr euch fühlt, wenn ihr am Wochenende an Montag denkt. Liegt die Antwort irgendwo zwischen „wütend“ und „bedrückt“, ist es vielleicht an der Zeit, über Alternativen nachzudenken.

Damit meine ich nicht, dass ihr sofort ein Kündigungsschreiben aufsetzen solltet. Besser ist es, sich erstmal seine Optionen klarzumachen. Vielleicht richtet ihr bei Online-Jobplattformen wie StepStone oder in Netzwerken wie LinkedIn einen Jobagenten ein. Ihr erhaltet dann eine E-Mail bei neuen Stellenangeboten, die zu euren Interessen passen.

Möglicherweise wolltet ihr aber auch schon immer eure selbstgenähten Taschen verkaufen oder Blogger werden? Solche Pläne könnt ihr prima neben eurem jetzigen Job umsetzen und schauen, wie es läuft.

Es gibt einige tolle Beispiele von Menschen, die „nebenher“ ein eigenes Business gegründet haben. Vielleicht habt ihr unseren Artikel über Jimdo-Nutzer Chris gelesen, der sich aus dem Job heraus mit einer Bartöl-Produktion selbstständig gemacht hat. Oder ihr erinnert euch an Katrin, die mit ihren Tapeart-Bildern ein eigenes kleines Unternehmen gegründet hat.

 

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3. Euer Job belastet euer Sozialleben

Wenn jetzt euer erste Gedanke ist „Sozialleben – was war das noch mal?“, dann ist dieser Ratschlag wie für euch gemacht. Überlegt doch mal, wann ihr zuletzt mit Freunden im Kino wart oder etwas anderes unternommen habt, das nichts mit der Arbeit zu tun hatte. Und vielleicht schreibt ihr auch mal auf, wie viele Überstunden ihr in diesem Monat angesammelt habt.

Wenn eure Arbeitszeiten dauerhaft eure Work-Life-Balance belasten, ist es an der Zeit, zu überlegen, wie ihr das ändert könnt. Setzt euch doch mal mit eurem Chef zusammen und geht die Aufgaben gemeinsam durch. Vielleicht kann ein Kollege eine oder zwei davon übernehmen?

Wenn es tatsächlich keine Möglichkeit gibt, den jetzigen Zustand zu ändern, ist wahrscheinlich ein Jobwechsel angesagt. Denn: Wochenenden und der Feierabend sind dazu da, sich zu erholen und Energie zu tanken. Ignoriert ihr das dauerhaft, geht das zulasten eurer Gesundheit und schlimmstenfalls droht euch ein Burnout. Es ist schön, wenn ihr für euren Job vollen Einsatz zeigt, aber euer Wohlbefinden darf dabei nicht unter die Räder kommen.

 

4. Die Arbeit bringt keinen Spaß mehr

Wenn ihr einfach keinen Spaß mehr bei der Arbeit habt, können fünf Tage mit acht Stunden Arbeitszeit ganz schön lang werden. Und Langeweile nützt auch eurer Karriere nicht. Falls euer Job keine Herausforderungen mehr für euch bereithält, ist es an der Zeit für ein Gespräch mit dem Vorgesetzten.

Hat er neue Aufgaben für euch oder gibt es Möglichkeiten, sich innerhalb der Unternehmens weiterzuentwickeln? Wenn die Antwort „nein“ lautet, ist das ein sicheres Zeichen dafür, sich nach etwas Neuem umzusehen.

Fragt euch doch mal, was ihr am liebsten macht, und überlegt dann, wie man diese Tätigkeiten ins Arbeitsleben integrieren kann. Das könnte bei einem neuen Arbeitgeber der Fall sein, vielleicht aber auch bei einer selbstständigen Tätigkeit.

Es mag ein wenig beängstigend sein, eine so große Veränderung anzugehen – aber vor allem ist es ein tolles Gefühl. Es gibt ein Zitat des amerikanischen Unternehmers Jim Rohn, das mich immer wieder motiviert, wenn ich mich mutlos fühle: „Wenn Dir die Dinge nicht gefallen, dann verändere sie. Du bist schließlich kein Baum!“

 

5. Euch geht es nur noch ums Geld

Geld ist nicht der schlechteste Grund, um einen Job zu machen. Für viele Menschen ist es sogar der Hauptgrund. Aber seht es auch mal anders: Wenn ihr ohnehin etwas verändern wollt – warum nicht Geld (vielleicht sogar mehr als vorher) mit etwas Eigenem verdienen?

Falls euch die Selbstständigkeit reizt, startet doch mal einen kleinen Testballon. Habt ihr ein Hobby oder eine Leidenschaft für etwas, was sich zu einem Projekt ausbauen ließe? Mit einem Homepage-Baukasten könnt ihr in nur drei Minuten eure eigen Webseite erstellen. Warum nicht nebenbei als Fitnesstrainer, Fotograf oder Berater arbeiten?

Mit unseren Tipps und Tools fürs Projektmanagement sowie dem Sechs-Punkte-Sparprogramm für clevere Gründer habt ihr schon mal das wichtigste Know-how an der Hand, um euer Hobby zum Beruf zu machen.

 

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6. Ihr habt Angst vor einem Jobwechsel

Die meisten von uns sind nicht gerade scharf darauf, unnötige Risiken einzugehen. Das geht mir nicht anders. Doch so schön es ist, seine Ruhe zu haben, sollte man hin und wieder doch seine Komfortzone verlassen. Wie könntet ihr sonst herausfinden, was das Leben noch alles für euch bereit hält?

Wenn das Gefühl der (vermeintlichen) Sicherheit das einzige ist, was euch in eurem Job hält, dann gilt es herauszufinden, wovor ihr eigentlich Angst habt. Schreibt eure Bedenken auf ein Blatt Papier und schaut einmal genau, wie begründet sie eigentlich sind.

Business Coach Patricia DiVecchio schlägt vor: „Mache jeden Tag etwas anderes, vor dem du Angst hast, und halte es in einem Tagebuch fest. Diese Übung hilft dir, deinen ‚Risikomuskel’ zu trainieren.“

Sie ist überzeugt, dass Angst ein großartiger Motivator und ein Lehrer sein kann. Denn: Wenn ihr nie etwas Neues wagt, könnt ihr euch im Grunde nur über eines sicher sein: dass sich nichts ändern wird. Deshalb macht einfach mal den Test: Geht raus und probiert was aus, selbst wenn es nur eine Kleinigkeit ist, wie zum Beispiel eure eigene Bewerbungshomepage. Falls es schiefgeht, werdet ihr zumindest daraus lernen. Legt eure Selbstzweifel ad acta und rockt euer Projekt.


Und last but not least: Hört auf euer Bauchgefühl

Wenn ihr diesen Artikel gelesen habt, schlummert in euch vielleicht der Verdacht, dass euer Job nicht der richtige für euch ist. Zu Schnellschüssen sei an dieser Stelle natürlich nicht geraten – vielmehr soll dieser Artikel dazu animieren, die eigene Situation einmal zu reflektieren.

Falls in euch dann aber tatsächlich die Lust nach einer Veränderung aufkeimt: Ich kann euch nur dazu ermutigen, euch eure Möglichkeiten vor Augen zu führen und den ersten Schritt zu machen – ganz gleich, ob ihr neben dem Job als Fotograf arbeitet oder einen eigenen Blog startet.

Ihr braucht noch ein paar inspirierende Beispiele? Dann stöbert doch mal durch unseren Blog. Dort findet ihr viele spannende Geschichten von anderen Jimdo-Usern – zum Beispiel die von Jenny, die nach einem Bali-Urlaub von ihrem Nine-to-Five-Job die Nase voll hatte und als Yoga-Lehrerin neu durchgestartet ist. Und ihr findet hier auch eine Menge handfeste Ratschläge für die Praxis – zum Beispiel warum ein Businessplan so wichtig ist und wie ihr ihn erstellt.

Und glaubt nicht, ihr müsstet alles allein wuppen. Manches stellt man sich viel schwieriger vor, als es letztlich ist. Welchen Weg ihr beschreitet, bleibt am Ende euch allein überlassen – wichtig ist nur, dass ihr auch wirklich losgeht.