madeinosnabrueck: Was Jimi Hendrix mit Recycling und Tapeart zu tun hat

“Lass das Licht bitte noch an” – diesen Satz musste meine Mama immer von mir ertragen, als sie mich damals ins Bett brachte. Kurz vorher hatte sie noch meine Lieblings-Kassetten eingelegt: das kleine Gespenst, Räuber Hotzenplotz oder TKKG. Knapp 20 Jahre später, inzwischen arbeite ich bei Jimdo, schlenderte ich auf dem Hello Handmade Markt in Hamburg umher, auf der Suche nach einer coolen Story, netten Gesprächen und verrückten Ideen.

Falls ihr auch mit Hörspielen aufgewachsen seid, könnt ihr es bestimmt nachvollziehen: Als “Kassetten-Kind” sind mir die Bilder von “madeinosnabrueck” direkt ins Auge gestochen. Jimdo-Nutzerin Katrin Lazaruk gestaltet Bilder aus Kassettenband und verkauft diese anschließend auf Märkten und ihrem Online-Shop “www.madeinosnabrueck.de”.  

Seit meinem Besuch auf dem Markt ging mir Katrins “Tapeart” nicht mehr aus dem Kopf. Nicht nur, weil ich mich selbst damit identifizieren kann, sondern weil es etwas Besonderes sind.

Genau deswegen habe ich Katrin mal angerufen und mit ihr gesprochen: darüber, was ihre Inspiration ist und wie es sich als selbstständige Künstlerin so lebt. Viel Spaß beim Lesen!


Katrin Lazaruk von madeinosnabrueck

Das erste Bild? „Furchtbar“

Gleich bei meiner ersten Frage muss Katrin ein wenig lachen. Ob sie sich noch an ihr erstes Motiv erinnert? “Ja, das weiß ich tatsächlich noch – Jimi Hendrix und es sah furchtbar aus.” Dass ihr erstes Bild wirklich furchtbar aussah, will ich ihr nicht ganz glauben, auch wenn aller Anfang bekanntlich schwer ist. “Ein wenig bereue ich den Verkauf meines ersten Bildes, hätte ich es doch gerne noch als Erinnerung aufbewahrt”, erzählt mir Katrin.

Dass Jimi Hendrix ihr erstes Motiv war, war kein Zufall: Die Inspiration ihrer Kassettenbilder nahm Katrin zuerst nur aus der Musik. Allerdings hat sie sich, wie sie sagt, etwas eingeengt gefühlt und daher weitere Motive in ihr Repertoire aufgenommen.

Ihr Lieblingsmotiv? “Ein Lieblings-Motiv habe ich so nicht aber zu meinen Favoriten zählen definitiv alle Werke, die ich im Mixed-Media-Stil entwerfe! Dabei habe ich am meisten Spaß und sie sind wirkliche Unikate, da jedes Bild etwas unterschiedlich aussieht!” Mixed Media nennt man generell die Technik, bei Kunstwerken verschiedene Materialien zu kombinieren. Katrin vereint in ihren Mixed-Media-Werken Acryl und Aquarell-Malerei mit ihrer modernen Kassetten-Kunst.

mia mixed media von madeinosnabrueck

 

 

“Ich habe mich früh entschieden, meiner Leidenschaft und meinem Herz nachzugehen, anders wäre ich nicht glücklich geworden”

 

 

Tape-Art, Kassetten-Kunst, Mixed Media – Was?

Für ihre Werke verwendet Katrin Kassettenband von alten Hörspielen oder alten Bands, welches sie auf einer Glasscheibe anbringt und anschließend zurecht schneidet. “Recyclingkunst” – so beschreibt die Künstlerin ihre Kunstwerke. Das nötige Material, die Tapes, bekommt sie teilweise zugesendet. Für die große Musikliebhaberin, gibt es allerdings auch Kassetten, die sie nicht verarbeitet: Beatles-Kassetten. “Einmal habe ich 15 Kassetten der Beatles zugeschickt bekommen, allerdings kann ich diese nicht zerschneiden. Die höre ich viel lieber!”

 

Von Jimi Hendrix in die Selbstständigkeit

Als sich die kreative Osnabrückerin entschied, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, war sie gerade erst 21 Jahre alt und mit ihrer Ausbildung zur Gestalterin für visuelles Marketing fertig. “Ich habe mich früh entschieden, meiner Leidenschaft und meinem Herz nachzugehen, anders wäre ich nicht glücklich geworden”, erklärt mir Katrin überlegt und ehrlich. Weiter erzählt sie, dass sie von “nur” Geld verdienen, nicht zufrieden gewesen wäre.

Zwischendrin hatte die sympathische Künstlerin ihren eigenen Laden und verkaufte unter anderem auch Bilder von befreundeten Künstlern, doch im März 2017 kam dann endlich das eigene Atelier in Osnabrück. Schaut man sich ein paar Bilder ihres Ateliers und ihres Wohnzimmers an (mehr dazu hier: https://www.madeinosnabrueck.de/presse-news), merkt man recht schnell, dass sie neben ihrem Hang zu besonderer Kunst auch eine Vorliebe für außergewöhnliche Möbelstücke hat. So steht in ihrem Wohnzimmer zum Beispiel eine alte Badewanne die  dann zu einem Sofa umgewandelt wurde. “Und die ist sogar gemütlich! Glaubt man fast kaum, aber ist sie wirklich!”, bestätigt mir Katrin mit einem Lachen.

Mit Blick auf die zusammengewürfelten Möbel könnte man meinen, dass Katrin dem chaotischen Künstler-Klischee entspricht. Das verneint sie aber deutlich. Dennoch habe ich sie nach einem Foto ihres Arbeitsplatzes gebeten – und der ist tatsächlich ziemlich ordentlich:

 

“Für Unordnung habe ich gar keine Zeit, da ich sehr strukturiert arbeite. Ich bin also kein Chaot und lebe nicht das typische Künstler-Life”, sagt Katrin lachend.

“Mich inspirieren Leute, die ihr Ding durchziehen”

Persönlich stelle ich mir aber immer noch die Frage, wie Katrin den Spagat zwischen regelmäßigen Marktbesuchen, dem Betreiben ihres Online-Shops und der Herstellung ihrer Bilder schafft. “Ich liebe das Reisen, darum liebe ich es auch in fremde Städte zu fahren, um dort auf Märkten meine Kunst anzubieten. Aber es ist auch wirklich anstrengend. Meistens helfen mir Freunde und vor allem meine Jahrespraktikantin. Gerade zur Weihnachtszeit ist Unterstützung wichtig”, berichtet sie mir.

Gibt es dabei ein Vorbild oder eine inspirierende Person für das künstlerische Leben und das viele Unterwegssein? Das kann mir Katrin nicht eindeutig beantworten: “Es inspirieren mich eher Leute die ich kennenlerne, die ihr eigenes Ding durchziehen und einfach sie selbst sind. Interessante Gespräche und vor allem der Austausch mit diesen Leuten ist mir wichtig und treibt mich am meisten an.”

Bei ihrem Shop hat sie sich auch inspirieren lassen – von Jimdos Fernsehwerbung, sagt sie. Was genau sie meint? Für Katrin war es wichtig, dass sie alles selbst machen kann und die Website nach ihren Wünschen erstellen kann. “Ich wollte gerne selbst entscheiden und meine Website persönlich gestalten. Klar, musste ich mich etwas mit Jimdo auseinandersetzen und mich ‘reinfuchsen’, aber im Endeffekt hat alles so geklappt wie ich es wollte!”


Wir sind gespannt wo Katrins Reise noch hinführen wird! Denn ob Motive von Musikern, geliebten Filmreihen, Künstlern oder dem bekannten Videospiel-Klempner mit der roten Mütze: Katrin bietet für jeden die passende Kunst. Unsere Empfehlung: Schaut direkt auf ihrer Website “madeinosnabrueck.de” vorbei und sagt uns, was ihr von Katrins Werken haltet! Wir sind gespannt.