Ninas Hula-Manufaktur: Ein One-Woman-Unternehmen mit Showeffekt

Hula-Hoop-Reifen kennt jeder. Kaum jemand verbindet damit jedoch Handarbeit, individuelles Design und aufwendige Sonderanfertigungen. Deshalb ist Ninas Hula-Manufaktur auch ein besonders charmantes Beispiel – für ein Hobby, das zur Idee und dann zum eigenen kleinen Unternehmen wurde!


“Es war bislang nie so mein Ding, ein paar Jahre das gleiche zu machen”, sagt Nina. “Aber dass ich mal mit Hula-Hoops mein Geld verdienen würde? Nee – das hätte ich nicht unbedingt gedacht”, sagt sie und strahlt. Manchmal will es der Zufall eben so.

Bei Nina war der Zufall eine Party. “Ich war vor sechs Jahren auf einer Feier eingeladen. Und da gab es einen Hula-Hoop in Übergröße. Den habe ich ausprobiert, ein Party-Spaß halt”, erzählt Nina.

Damals verdiente sie ihr Geld mit verschiedenen Jobs, hatte Spaß am Ausprobieren unterschiedlicher Sachen. Doch wortwörtlich über Nacht wurde Hula zu ihrem Ding – und das “Projekt Hula” nahm schnell Fahrt auf.

Kreativ, bunt und mit jeder Menge Lebensfreude: Nina in ihrer Hula-Manufaktur.

Die Sache mit den Hulas läuft rund

“Ich hab mir zunächst einen Reifen bestellt und viel ausprobiert”, sagt Nina. Dann kamen die ersten Performances als “HulaGang St. Pauli”: Mit zwei Freundinnen trat sie auf der Straße oder als Überraschungs-Act auf Partys auf, später kamen Performances auf Festivals sowie Workshops hinzu. Nebenbei startete sie, selber Hula-Hoops herzustellen.

“Es war einfach ein Riesenspaß mit den Hulas, die wir immer und überall dabei hatten”, erzählt Nina. Der ideale Nebeneffekt: Viele Leute wurden auf die Hula-Hoops aufmerksam und wollten es auch ausprobieren. “Die meisten sind dann immer völlig überrascht, dass es doch noch gut klappt und haben Freude daran.”

Und die kleinen “Marketing”-Aktionen zeigten Wirkung. “In der Folge kamen immer mehr Anfragen und viele wollten wissen, wo es solche Reifen gäbe, was sie kosteten, welche Größe richtig sei”, berichtet Nina. “Also musste eine Webseite mit Online-Shop her – so bin ich bei Jimdo gelandet!”

Nina am Laptop in ihrer Manufaktur. Auf ihrer Jimdo-Seite verkauft sie die Handarbeit-Hulas im Online-Shop.

Vom Hobby zum Job und Hobby

“Pläne, daraus einen festen Beruf zu machen, hatte ich trotzdem nicht“, erzählt sie. “Dass ich mich selbstständig mache, war ein Prozess. Es lief lange nebenher und steigerte sich nach und nach.” Genau genommen bis zum Herbst 2016. Dann endete ihre Elternzeit, damals war Nina bei einer Schule als Erzieherin angestellt.

“Irgendwann war also klar: Jetzt muss eine Entscheidung her.” Und es gab einen Zwiespalt: “Mache ich im festen Job weiter, dann habe ich nicht mehr genug Zeit für mein eigenes Projekt.” Hulas bauen, Aktionen planen, Workshops geben – das war jetzt Ninas Herzensangelegenheit. “Oder mache ich mich jetzt selbstständig, mit allem, was dann da dran hängt: sich selbst versichern, Unsicherheiten und so weiter?”

 

„Zeit für das, was ich super gerne mache“

Wahrscheinlich war die Entscheidung irgendwo im Hinterkopf schon gefallen. Denn Hula bedeutete für Nina bereits weit mehr mehr als Aufträge abarbeiten, Sport machen oder eben “nur” ein Business, mit dem sich Geld verdienen ließe.

“Mich selbstständig zu machen war nicht zu aller erst eine unternehmerische Entscheidung”, erklärt Nina. Für sie ging es nicht um das perfekte Konzept um reich zu werden oder mit der eigenen Firma schnell zu wachsen. “Ich hab mich selbstständig gemacht, um genug Zeit für das zu haben, was ich super gerne mache.”

Dennoch ist sie nicht blauäugig in die Selbstständigkeit gestolpert. “Ich habe mir vorher schon überlegt, was ich finanziell brauche und was dafür nötig ist”, sagt sie. “Und die formellen Dinge klappten auch recht easy.” Ein Gewerbe war eh schon angemeldet, die Krankenkasse wurde informiert, “und meine Steuererklärungen habe ich bis zu diesem Jahr eigentlich auch immer selber gemacht.”

 

Bunte Reifen, LED-Hulas und Sonderanfertigungen

So hat Nina das, wofür sie schwärmt, zu ihrem Beruf gemacht und die Hula-Manufaktur in Hamburg gegründet – zunächst in Altona, seit drei Jahren nun mit Sitz in Neuenfelde auf der anderen Elbseite.

“Zu Beginn war es etwas ‘Learning by doing’. Ich habe mich informiert, welches Material man für die Reifen braucht, welches Klebeband am geeignetsten ist,  welche Verbindungsgmöglichkeiten es für die Rohre gibt und so weiter. Das waren unzählige Stunden und Nächte der Internetrecherche und des Ausprobierens.”

Nach und nach hat sie dann verschiedene Hula-Typen gebaut und verkauft – etwa verschiedene Stärken für unterschiedliche “Übungen”, unterschiedliche Größen für Kinder und Erwachsene, Anfänger und Fortgeschrittene, diversen Farben und Muster für jeden Geschmack oder Hoops mit leuchtenden LEDs. Die Reifen verkauft sie für zirka 40 bis 145 Euro auf ihrer Jimdo Seite www.hula-manufaktur.de.

Magisches Farbenspiel: Hula-Dance mit einem LED-Reifen.

Neben Bestellungen von zumeist Privatkunden ist zum Beispiel auch der Hamburger Traditionszirkus “Quaiser” ein Stammkunde – und es gibt auch immer wieder ausgefallene Kundenanfragen.

“Eine Firma wollte zum Beispiel Reifen als Hindernisse für Drohnen-Events haben. Oder auch Tauchschulen, die die Reifen für Trainingszwecke nutzen wollten, genauso Hundeschulen. Da gibt es immer wieder mal skurrile Zweckentfremdungen, die die alltägliche Arbeit lustig und abwechslungsreich machen”, erzählt sie. Und als kleines “One-Woman-Unternehmen” sind solche Sonderanfertigungen mit persönlicher Beratung auch ausdrücklich erwünscht, sagt Nina.

 

Hula-Hoop als Showprojekt

Immer gefragter sind zudem Ninas Hula-Performances und Mitmachaktionen – zum Beispiel bei Park- und Straßenfesten, Firmen- und Vereinsevents oder auch im Museum und Theater. Hier tritt sie solo als “Nina Hula” oder mit Unterstützung ihrer “Hula Family & Friends” auf.  “Ich bin gerne unter Leuten, liebe es zu tanzen und mich zu bewegen.” Der “Hoop Dance” gehe jedenfalls zu fast jeder Musik. “Schaut mal bei Youtube nach ‚Hula-Hoop‘ oder in meine eigenen Videos!” In Kürze tritt sie beispielsweise im Vorprogramm von Konzerten des Rappers Alligatoah in Hamburg auf.

Jede Menge Farben, Stärken, Größen: Nina baut für jeden den perfekten Reifen.

Ein großes Stück Lebensqualität

Und wie unterscheidet sich der Arbeitsalltag in einem doch ungewöhnlichen Beruf von anderen? “Morgens bringe ich meine Tochter in die Kita, ganz gewöhnlich also. Danach fahre ich nach Hause und gehe rüber in die Manufaktur”, berichtet Nina. “Dann geht’s los mit der Arbeit. Zunächst checke ich meistens die eingegangenen Aufträge, Show-Anfragen und den Zahlungseingang.”

Klingt gar nicht so ungewöhnlich. Und dennoch: “Selbstbestimmung ist irre viel Lebensqualität für mich. Es muss nicht die sichere Kiste sein”, sagt Nina. “Ich will mich richtig wohlfühlen, mit dem, was ich mache.” Und das tut sie!


Wir finden: Genial, dass Nina mit ihrer Leidenschaft für Hula-Reifen und kreative Aktionen drumherum ein eigenes kleines Business aufgebaut hat. Schaut mal vorbei auf Ninas Webseite www.hula-manufaktur.de.

Und was ist eure „runde Sache“, was ist eure Idee? Ich bin gespannt auf eure Kommentare!

Viele Grüße,

Markus