Online-Marktplatz oder Online-Shop – was sind die Vorteile?

Tablets oder T-Shirts, Pasta oder Playstation – Kunden können heute praktisch jeden Artikel online kaufen. Für kleine Unternehmen ist der Wettbewerb unter den vielen Anbietern eine riesige Herausforderung. Zugleich bietet der Online-Handel besonders Verkäufern einzigartiger und selbstgemachter Produkte nach wie vor große Chancen.

So kann heute jeder eigene Artikel im Internet an eine theoretisch unbegrenzt große Zielgruppe verkaufen. Online-Marktplätze wie eBay oder Etsy machen es möglich – auch wenn das deutsche Aushängeschild DaWanda zuletzt seinen Rückzug angekündigt hat.

Die Alternative zu den Marktplätzen: Mit Website-Baukästen können Nutzer fast im Handumdrehen eine eigene Website inklusive Online-Shop erstellen. Aber was ist die beste Strategie, um als kleiner Händler online erfolgreich zu sein: ein Online-Marktplatz oder doch der eigene Shop?

In fünf Jahren könnte der Anteil des E-Commerce am Gesamtumsatz des Einzelhandels bereits 20 Prozent ausmachen.

 

Warum Online-Marktplätze wie eBay, DaWanda und Etsy so beliebt sind

Als Online-Marktplatz bezeichnet man digitale Orte im Internet, an denen verschiedene Anbieter ihre Produkte unter einem Dach anbieten können. Dieses Marktplatz-Prinzip bietet besonders kleinen Händlern wunderbare Vorteile:

Einfachheit

Ein Konto bei einem Online-Marktplatz wie Etsy ist mit wenigen Klicks erstellt. Dann noch ein Produktfoto hochladen, Beschreibung hinzufügen – schon ist das eigene Angebot quasi online.

Ein kleiner Wermutstropfen: Durch den bewusst simplen Aufbau ist die Gestaltungsfreiheit bei den meisten Marktplatz-Anbietern eingeschränkt. So ist das Design meist nur ein wenig anpassbar und auch stilistisch sind Grenzen gesetzt. Das ist jedoch auch logisch – schließlich soll ja der ganze Marktplatz ein einheitliches Aussehen besitzen.

Bekanntheit

Ein Faustpfand der großen Online-Marktplätze ist ihre Bekanntheit: eBay kennt im deutschsprachigen Raum nahezu jeder. Wer ein bestimmtes Produkt sucht, kommt also im Zweifelsfall schnell auf die Idee, es bei einem bekannten Online-Marktplatz zu versuchen. Für Händler bedeutet dies, dass auch Kunden vorbei schauen, denen die eigene Marke bislang nicht bekannt ist – “Laufkundschaft” sozusagen.

In einer Studie des HDE (Handelsverband Deutschland e.V.) geben 88 % der Händler die Reichweite als größten Vorteil von Online-Marktplätzen an.

Reichweite

Einher mit der großen Bekanntheit von Online-Marktplätzen geht auch eine hohe Reichweite. Die Reichweite an sich sorgt aber noch für einen eigenen Effekt: Auf den Online-Marktplätzen stöbern tausende von Nutzern nach Angeboten, bekommen ähnliche Produkte vorgeschlagen oder entdecken (mehr oder weniger zufällig) Artikel, die sie noch gar nicht im Sinn hatten.

Händler erreichen dadurch auch Nutzer, die nicht explizit nach einem bestimmten Artikel im eigenen Sortiment gesucht haben. So profitieren die Verkäufer von der großen Reichweite der Marktplätze – oftmals auch international.

Vertrauen

Der hohe Bekanntheitsgrad schafft zusätzlich für Vertrauen bei den Kunden. Wer bei DaWanda zum Beispiel bereits gute Erfahrungen gemacht hat, kommt gerne wieder – und empfiehlt das Portal auch weiter. Ganz unabhängig davon, bei welchem Händler letztlich bestellt wurde.

Übrigens: Das prominenteste Beispiel für einen Online-Marktplatz ist weltweit eBay. Amazon kann zwar auch “Marktplatz” genannt werden. Da Amazon jedoch auch selber Produkte vertreibt, wird es häufig eher als “Versandhändler” oder ähnlich bezeichnet.

Was ein eigener Online-Shop Marktplätzen voraus hat

Inzwischen ist es für jeden Nutzer sehr einfach, einen Online-Shop auf einer eigenen Website zu erstellen. Man könnte sagen: Die Zeiten der komplexen Systeme sind vorbei. In puncto Einfachheit haben Online-Shops also zu den Marktplatz-Lösungen aufgeschlossen.

Darüber hinaus können eigene Online-Shops mit bestimmten Vorteilen punkten, die Marktplätze häufig nicht bieten können:

Gestaltungsfreiheit

Als ein Teil der eigenen Website präsentiert sich der Online-Shop in einer “Umgebung”, die man voll und ganz selber gestalten kann. Aufbau, Farben, Schriftarten, Style – eine Website lässt sich so individuell gestalten, wie man möchte.

Zudem könnt ihr neben eurem Shop natürlich noch weitere Unterseiten erstellen. Das gibt euch jede Menge Platz, euch und euer Unternehmen vorzustellen, Fotos und Videos zu zeigen, Musik einzubinden – und vieles mehr. So zeigt ihr nicht “nur” eure Produkte. Ihr gestaltet vielmehr einen Markenauftritt.

 

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Keine Konkurrenz

Eine Website ist eure eigene Online-Präsenz – und nur eure. Ihr bestimmt, was angezeigt wird und was nicht. So werden Besucher nicht von Alternativprodukten in der Seitenleiste abgelenkt. Auch ziehen keine Tagesangebote von anderen Händlern die Aufmerksamkeit auf sich.

Besonders kleine Händler können so mit mehr punkten, als “nur” mit dem günstigsten Preis. Eine Website vermittelt Wertigkeit, euren individuellen Stil und mit Live Chat vielleicht sogar persönliche Beratung.

Eigene Domain

Die eigene Adresse der Website erhöht den Wiedererkennungswert eines Shops enorm. Das Prinzip von Marktplätzen ist: alle zusammen bieten ein riesiges Angebot. Mit einer eigenen Website hingegen steht ihr für euch und könnt eure eigene Marke in den Vordergrund stellen. Persönlichkeit zählt!

Der zusätzliche Vorteil: Eure Domain gehört wirklich euch. Ihr könntet damit also sogar den Anbieter wechseln – trotzdem würden euch treue Kunden weiterhin finden. Damit seid ihr nicht an eine Plattform gebunden, sondern unabhängig.

Anders ist es bei Marktplätzen: Nachdem DaWanda kürzlich zum Beispiel bekannt gegeben hat, die eigene Plattform demnächst zu schließen, befürchten viele Händler, bei einem Wechsel zu einem noch größeren Marktplatz in der großen Masse der Verkäufer unterzugehen.

 

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Keine Provision

Die meisten Online-Marktplätze kassieren von verkauften Produkten eine Provision von ungefähr 5 bis 10 Prozent. Die Verkaufsgebühr ist Teil des Geschäftsmodells. Einige Website-Baukästen hingegen bieten ihre Shop-Pakete gänzlich ohne Provision an – hier empfiehlt es sich, genau auf die Preislisten zu schauen.

Vielleicht kennt ihr die Netflix Serie “Girl Boss”? Die Gründerin Sophia Amoruso wurde mit ihrem Kleidungslabel Nasty Gal so erfolgreich, dass eBay ihr schließlich den Account sperrte – und sie dann mit ihrem eigenen Online-Shop zur weltweiten Bekanntheit aufstieg. Netflix hat die Geschichte als Serie verfilmt.

Beide Kanäle nutzen? Online-Shop und Marktplatz als Symbiose

Online-Marktplätze schaffen es, durch das vielfältige Angebot unter einem Dach Kunden zu locken und ermöglichen so auch kleinen Händler Vorteile durch Bekanntheit und Reichweite. Online-Shops wiederum punkten durch den hohen, individuellen Wiedererkennungswert und großen Gestaltungsspielraum.

Die jeweiligen Vorteile von Marktplätzen und Online-Shops sind daher keine Gegensätze. Online-Händler, die auf beiden Kanälen aktiv sind, können vielmehr von allen Vorteilen profitieren und müssen keinen der Kanäle als Konkurrenz fürchten.

 

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Website-Baukästen machen es Händlern leicht

Der Aufwand, neben einem Online-Marktplatz ergänzend eine Website mit Shop zu erstellen und zu pflegen, scheint vielen Händlern ziemlich groß. Allerdings sind moderne Website-Baukästen inzwischen so intuitiv, dass ein eigener Shop schnell und einfach erstellt ist.

So kann zum Beispiel mit Jimdo jeder ohne Vorkenntnisse eine professionelle Website inklusive Online-Shop eröffnen. Und dabei auch bei Google & Co. durch starke SEO-Funktionen weit oben im Ranking erscheinen. Es geht so einfach, dass es Spaß macht: Hier gibt es alle Infos zum Shop-Paket von Jimdo.