Und Action! Was ihr von Filmproduktionen über Projektplanung lernen könnt

Einen Werbespot zu drehen ist ein komplexes und teures Unterfangen. Damit der Film rechtzeitig fertig wird, ohne das Budget zu sprengen, werden die Dreharbeiten genau geplant. Wir haben den Regisseur des neuen Jimdo TV-Spots, David Aufdembrinke, gefragt: Was kann man vom Filmemachen für seine eigenen Projekte lernen? Zum Beispiel dem Bauen der eigenen Webseite?

Seit Januar laufen unsere neuen Werbespots im Fernsehen – vielleicht habt ihr sie schon gesehen? Ende November haben wir den den Film an zwei Tagen unter der Regie von David Aufdembrinke in Hamburg gedreht. Der Hamburger Regisseur hat zuvor unter anderem Musikvideos für die Beginner und die Beatsteaks gemacht.

Regisseur David Aufdembrinke

Regisseur David Aufdembrinke

Für Jimdo hat er über vierzig Leute am Drehort dirigiert. Maske, Beleuchtung, Requisite, Kamera. Da braucht es einen genauen Plan. Jeder ungeplante Umbau, jede vergessene Requisite – das alles kostet nicht nur Zeit, sondern auch richtig viel Geld. Deshalb haben wir David gefragt, was man vom Filme machen für das erfolgreiche Umsetzen von eigenen Projekten lernen kann.

 

 

 

1. Nicht ohne mein Storyboard

Das Storyboard zeigt jede Kameraeinstellung, die gedreht werden soll, als eine gezeichnete Skizze. Manchmal ist das Storyboard hochprofessionell gezeichnet. Und manchmal helfen sich selbst berühmte Regisseure auch nur mit Strichmännchen. Das Wichtigste am Storyboard ist, euch eine genaue Vorstellung davon zu machen, was ihr drehen wollt und wie alle Teile am Ende ineinander greifen. Denn ohne eine Idee vom Endergebnis ist die Gefahr ziemlich hoch, sich auf dem Weg zu verheddern.

Storyboards kann man eigentlich für jedes Projekt zeichnen. Auch für eine Webseite. Einfach mit einem Blatt Papier starten und grob skizzieren, wie man sich die Seite vorstellt.
 Und wenn die Skizze nicht gefällt, wegwerfen und neu machen.
Was ihr von Filmproduktionen über Projektplanung lernen könnt

 

2. „Drehzeit“ einplanen

Erst mit dem Storyboard kann ich ungefähr abschätzen, wieviel Zeit ein Dreh brauchen wird. Diese Zeit wird dann als Drehtage eingeplant. An diesen Tagen wird nur gedreht. Einen abgesteckten Zeitraum für das Umsetzen eines Projekts zu haben ist superwichtig. Nur dann kann ich mich voll auf jedes Detail konzentrieren.

Das Lustige dabei: Fast immer stimmt die Zeitschätzung. Ich glaube sogar, dass eine Sache nur so lange dauert, wie man ihr Zeit gibt. Wenn ihr zum Beispiel mit dem Storyboard das Gefühl habt, dass ihr einen Tag braucht, um eure Webseite zu überarbeiten – dann wird das wahrscheinlich so sein.

 

3. Kleine Pausen und viel gute Nervennahrung

Jeder Dreh ist ziemlich straff organisiert – schließlich ist da der Drehplan, der eingehalten werden will. Und Drehtage können manchmal ganz schön lang werden. Trotzdem muss jeder sein Bestes geben, damit es wirklich gut wird. Deshalb ist es wichtig, auch wenn es stressig wird, genügend Pausen zu machen und für gutes Essen und Trinken zu sorgen, damit das Team seine Konzentration und gute Laune behält und jeder konstant sein Bestes gibt (Bierchen allerdings erst nach Drehschluss!).

Ich glaube, Spaß und Begeisterung an der Arbeit steigern die Qualität und machen sich am Ende immer im Film bemerkbar. Das gleiche gilt auch für alle anderen Projekten.
Was ihr von Filmproduktionen über Projektplanung lernen könnt

 

4. Einfach durchziehen

Sobald ein Drehtag beginnt, gibt es kein Zurück mehr. Dann sind keine Zweifel mehr erlaubt. Dann heißt es tief durchatmen und auf den Prozess vertrauen. Also die To-do-Liste Schritt für Schritt abzuarbeiten und darauf zu hoffen, dass der Plan aufgeht. Macht er meistens.

Und klar, manchmal merke ich erst beim Drehen, dass eine Idee nicht so aufgeht, wie ich es mir vorgestellt habe. Dann kann ich immer noch improvisieren und was ganz Neues ausprobieren oder diese eine Idee lieber doch wieder fallen lassen, da ich aufgrund der guten Vorbereitung ja genau weiß, was kreativ und inhaltlich an dieser Stelle gebraucht wird.

Am Ende zählt nur, den Film in den Kasten zu bekommen. Dabei sollte man nie vergessen, dass die anfängliche Idee sich auf ihrem langen Weg in die Realität natürlich verändert und weiterentwickelt – und gerade dadurch ihr volles Potential entfaltet.

 

5. Feiern

Jeder Drehtag endet mit einer klitzekleinen Feier. Das gesamte Team hat so viel Energie in den Dreh gesteckt. Da ist eine Umarmung das Mindeste. Ein Bierchen noch besser. Selbst wenn man alleine an seinem Projekt gearbeitet hat, sollte man das Feiern nicht vergessen. Und sich einfach mal selbst umarmen. Das haben wir uns verdient!

Nach dem Dreh ist übrigens vor dem Schnitt.
 Beim Film endet die Arbeit nicht mit den Dreharbeiten. Sie beginnt erst. Denn erst wenn ich das gefilmte Material im Schnitt zusammensetze, sehe ich, ob der Dreh ein Erfolg war und meine Planung aufgegangen ist. Denn sobald man im Schnittraum sitzt, lässt sich an dem gedrehten Material nun mal nichts mehr ändern. Das ist bei zum Beispiel bei einer Jimdo-Webseite einfacher. Die kann man jederzeit überarbeiten.

 

Feiern nicht vergessen!

Feiern nicht vergessen!

 

Lassen sich Davids Erfahrungen vom Filmdreh auch auf euer Projekt übertragen? Oder wie geht ihr die Projektplanung an? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen!

Viele Grüße
Christian