Die vier größten Zeitfresser: So setzt ihr sie außer Gefecht

Insbesondere für Gründer ist Zeit eines der wertvollsten Güter. Viele fragen sich, wo zwischen Arbeit, Planung, Meetings und dem Regeln des Privatlebens die Zeit eigentlich abhanden kommt. Gefühlt hat der Tag manchmal eher 12 als 24 Stunden – oder?

Zeit verschwenden will also keiner – und dennoch könnte ich wetten, dass sich bei vielen von euch ein paar Zeitfresser im Alltag eingenistet haben. Und es ist gar nicht so leicht, sie wieder loszuwerden.

Ihr gründet gerade oder habt schon länger ein eigenes Unternehmen? Und ihr wünscht euch auch, der Tag hätte 48 Stunden und die Woche mindestens zehn Tage? Dann lest einfach weiter, denn wir entlarven heute vier der größten Zeitfresser und verraten euch, wie ihr ihnen ganz einfach den Garaus macht!

 

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1. Ihr macht alles selber

Als erstes heben bitte mal alle die Hand, die ihr eigener Buchhalter sind. Und Praktikant. Und Babysitter. Und … gut, ihr wisst es wahrscheinlich selbst, die Liste ist lang.

Das birgt aber auch einige Tücken und kann dazu führen, dass eure To-dos das Regiment übernehmen. Und schon bald kehren sich die Dinge um und eure Aufgaben haben euch fester im Griff als andersherum. Das zu ändern ist nicht einfach – indem man vieles selbst erledigt, kann man als Gründer in der Anfangszeit schließlich eine Menge Geld zu sparen.

Doch wenn ihr mit den täglichen kleinen und großen Aufgaben so beschäftigt seid, dass ihr euch nicht mehr richtig um euer Kerngeschäft kümmern könnt, dann ist es definitiv an der Zeit sich zu fragen, ob sich euer Vorgehen auf lange Sicht wirklich auszahlt.

Organisieren, automatisieren, delegieren

Zum Glück seid ihr mit euren Sorgen nicht allein: Gerade für Gründer und Freelancer gibt es etliche Möglichkeiten, Aufgaben besser zu organisieren oder zu automatisieren – ob es nun darum geht, die Buchhaltung zu erledigen, Fotos zu beschaffen oder die Blumen zu gießen (okay, das bekommt ihr hoffentlich noch selbst hin …). Viele davon sind sogar kostenlos! Und denkt immer daran: Um Hilfe zu bitten ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke!

Natürlich ist mir klar, dass Delegieren ungefähr so einfach ist wie ein Salto rückwärts – für beides gilt jedoch auch: Übung macht den Meister. Ein paar hilfreiche Tipps dafür hat uns Jimdo-Nutzerin Alina, die selbst als freiberufliche Fotografin arbeitet, im Blog verraten.

 

2. Ihr versucht, perfekt zu sein

Ich wage zu behaupten, dass niemand jemals ganz ohne Fehler sein wird – aber dass viele von uns jedoch eine Menge Zeit allein mit dem Versuch verschwenden.

In der Regel sagt man Perfektionisten ja nach, dass sie ihr Leben besonders gut auf die Reihe bekommen. Tatsächlich ist es Studien zufolge aber so, dass sie sich oft übernehmen und stark Burnout-gefährdet sind.

Überraschend finde ich, dass Perfektionisten Aufgaben häufiger als andere vor sich her schieben, weil sie befürchten, ihren eigenen hohen Ansprüchen nicht zu genügen. Und wenn sie etwas angehen, brauchen sie wegen ihrer unrealistischen Zielsetzungen extrem lange – klar, wenn man mit dem Ergebnis nie zufrieden ist. Alles in allem wird einem beim Lesen wissenschaftlicher Untersuchungen schnell klar, dass Perfektionismus für Unternehmer keine erstrebenswerte Eigenschaft ist.

Zu ausgeprägter Perfektionismus führt häufig dazu, dass wir Aufgaben aufschieben.

Statt Perfektion anzupeilen, empfehlen viele Produktivitätsexperten ein „gesundes Streben“. Das heißt: Ihr arbeitet immer noch hart und zielt hoch – aber so, dass ihr euch auf das konzentriert, was ihr tun möchtet, und nicht auf die Angst vorm Scheitern.

Wie ihr erkennt, ob euer Einsatz noch gesund ist oder schon perfektionistisch ist? Zum Beispiel daran, dass ihr euch nicht nur am guten Ergebnis freut, sondern auch den Weg dorthin genießt. Aber auch daran, dass ihr konstruktive Kritik annehmen könnt – und sie vielleicht sogar begrüßt.

 

3. Ihr vergleicht euch mit anderen

Ihr arbeitet hart, ihr lernt viel Neues und vielleicht habt ihr sogar Spaß dabei. Das zu wissen, fühlt sich super an, oder? Und jetzt frage ich euch: Wie könnt ihr das alles möglichst schnell ruinieren?

Nun, am besten denkt ihr daran, wie andere es machen – vielleicht erzielen sie ein besseres Ergebnis, vielleicht sind sie schneller als ihr und vielleicht fällt es ihnen auch leichter als euch. Und plötzlich ist dieser „Flow“, dieses gute Gefühl, dass gerade alles richtig läuft, verschwunden. Ihr verliert euren Mut und euer Schwung ist mit einem Mal wie weggeblasen.

Dieses Phänomen bezeichnen Psychologen als negativen sozialen Vergleich – und der ist ein enger Verwandter des Neids. Gerade heute, da wir unseren Erfolg und unser Selbstwertgefühl oft daran messen, wie viele Follower oder gute Bewertungen wir haben, suchen uns diese Gefühle leider ziemlich häufig heim.

Es kann helfen, den eigenen Erfolg für sich selbst und nicht im Vergleich zu anderen zu definieren.

Aber es gibt Wege, um nicht in diese Falle zu tappen. Wenn zum Beispiel soziale Medien eure Schwachstelle sind, versucht es mal damit, ein paar eurer Apps stummzuschalten, euer Handy für eine bestimmte Zeit in einem anderen Raum zu deponieren oder die Benachrichtigungen zu deaktivieren. Auf diese Weise geratet ihr nicht so leicht in Versuchung, ständig eure Bewertungen zu checken oder die Profile anderer zu sichten und euch mit ihnen zu vergleichen.

Generell könntet ihr euch in einer ruhigen Minute mal die Frage stellen, wonach ihr eigentlich sucht, wenn ihr euren Social-Media-Feed öffnet. Ist es eine kleine Auszeit? Vielleicht ist es dann besser, gezielt kleine Pausen zu planen, damit ihr sie nicht ständig ohne es richtig zu merken einschiebt. Ist es eher Bestätigung oder der Austausch mit anderen? In diesem Fall trefft euch doch lieber häufiger mal mit Freunden, Kollegen oder Leuten aus eurem Netzwerk, um euch Unterstützung und neue Inspirationen zu holen.

 

4. Ihr habt eine veraltete Website

Beim Thema Zeitfresser fällt mir eine Anekdote ein, die ich neulich erlebt habe: Ich nahm an einer Yogaklasse bei einer neuen Lehrerin teil, die ich echt super fand. Im Anschluss an die Stunde fragte ich sie, ob sie eine Website hätte, auf der ich nachsehen könnte, wo und wann sie unterrichtet. „Oh ja, ich habe eine, aber sie ist ganz furchtbar“, sagte sie. „Am besten mailst du mir, dann schicke ich dir meinen Stundenplan.“

Kommt euch das bekannt vor? Fürchtet ihr euch auch vor der Frage, ob ihr eine Homepage habt – weil ihr dann zugeben müsst, dass sie weder aktuell ist noch besonders ansprechend aussieht? Falls ja, ist eure Website keine große Hilfe und es liegt allein an euch, das zu ändern!

Vielleicht kommt ihr einfach nicht dazu, euren Internetauftritt zu überarbeiten. Gerade in diesem Fall hilft es sich klarzumachen, dass man langfristig dank einer aktuellen Website jede Menge Zeit sparen kann. Ein paar Beispiele gefällig?

  • Buchungskalender: Veröffentlicht einen Buchungskalender und lasst alle Terminbuchungen über eure Website laufen. Das hilft euch gleichzeitig, alle Termine im Auge zu behalten und nichts mehr zu verpassen.
  • FAQ: Erspart euch, ständig die gleichen E-Mails zu schreiben, indem ihr die häufigsten Fragen auf eurer Homepage in einem FAQ-Bereich beantwortet.
  • Infos: Fasst alle wichtigen Informationen auf eurer Website zusammen – so kommen weniger E-Mails und Anrufe von Kunden, die euch immer wieder bei der Arbeit unterbrechen.

Falls ihr Schwierigkeiten habt, eure Website „up to date“ zu halten, könnte es sein, dass sie einfach zu umfangreich ist oder zu viele Informationen enthält. Versucht in diesem Fall lieber, sie auf einige wenige Unterseiten mit den wichtigsten Infos zu beschränken. Auf diese Weise verschwendet ihr keine Zeit mit der Pflege von Inhalten, die ihr gar nicht wirklich braucht. Ihr wisst nicht, wie ihr das anstellen sollt? Mit einer kleinen Frischzellenkur geht das ganz fix.

Und vielleicht kann eure Homepage sogar noch mehr für euch tun, als es aktuell der Fall ist! Wie ihr das Optimum aus eurem Internetauftritt rausholt und dabei die gängigsten Probleme umschifft, lest ihr ebenfalls in unserem Blog.

 

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Ich weiß natürlich, dass es nicht immer leicht ist, ein Unternehmen zu gründen und zu führen – und dass sich die lästigen Zeitfresser niemals zu 100 Prozent vertreiben lassen. Aber selbst, wenn ihr nur an einigen dieser kleinen schlechten Gewohnheiten arbeitet, könnt ihr euch die Arbeit erleichtern und eure Energie für die wichtigen Dinge des Lebens aufsparen.

Welche Zeitfresser machen euch das Leben schwer und welche Wege habt ihr gefunden, um sie außer Gefecht zu setzen? Ich freue mich auf eure Erfahrungsberichte in den Kommentaren!